Das Departement Aveyron ist mit 8 735 km2 flächenmäßig das fünftgrößte in Frankreich, es ist jedoch mit 31 Einw./km2 wiederum nur sehr dünn besiedelt. Die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie sind vorherrschend. In der Schafzucht ist das Departement Aveyron in Frankreich die Nummer 1. Bekannt sind die Käse: Roquefort, Bleu de Causses, Laguiole, Cantal, Rocamadour.
Eine Autobahn und zwei größere Nationalstraßen verbinden das Departement mit dem übrigen Frankreich:
Das Aveyron verfügt über ein reichhaltiges Erbe:
Die ersten Menschen, die in der Region siedelten, waren wahrscheinlich Jäger und Sammler zwischen 130000 und 35000 v. Chr. Nach einigen Eiszeiten, ungefähr 8 000 v. Chr. zogen hier Nomaden durch. Begünstigt durch die allgemeine Erwärmung der Erde entstand eine üppige Fauna und Flora. Zunächst beschäftigt mit Jagen, Fischen und Sammeln von Wald- und Feldfrüchten ließen einige Zeit später die ersten seßhaft nieder und bestellten die ersten Felder.
Ab ca. 200 v. Chr. finden sich zahlreiche Dokumente einer Besiedelung. Im Aveyron, im Albigeois und im Norden des Herault siedelten die Rutenen, ein großer, unabhängiger Gallierstamm, der sich mit den mächtigen Arvernen verbündete und während des galligen Kriegs 52 v. Chr. tapfer, aber vergebens gegen die Römer kämpfte. Es folgten fünf Jahrhunderte römischer Herrschaft. Rodez war die einzige römische Stadt im Rouergue.
Ungefähr um das Jahr 720 fielen die Mauren im Rouergue ein, sie wüteten hier fürchterlich. Sie zündeten zahlreiche Dörfer an und ermordeten die Menschen. Anschließend, nachdem die Mauren vertrieben waren, nahmen die Normannen die Gegend in ihren Besitz.
Zwischen 1050 und 1150 entstanden zahlreiche romanische Bauten, insbesondere Sakralbauten, von denen leider zu wenige bis heute erhalten sind. Das schönste Baudenkmal aus dieser Zeit ist die Abteikirche Ste. Foy in Conques.
Gegen Ende des 13. Jahrhundert begann der 100jährige Krieg. Das Rouergue wurde schwer in Mitleidenschaft genommen, Schlachten, Aufstände, die große Pest und Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat verwüsteten das Land.
Nach der Revolution und den anschließenden Wirren wurde Frankreich in Departements eingeteilt. Rodez wurde die Hauptstadt des Departements Aveyron. Rodez bekam den Vorzug vor Villefranche-de-Rouergue und Millau.
Mit 415 826 Einwohner hatte das Aveyron 1886 die größte Einwohnerzahl erreicht. Seitdem geht die Bevölkerung, vor allem durch die mit der Industrialisierung einhergehende Landflucht stetig zurück.
Die verschneiten Höhen des Aubrac und die Weinberge des Vallon de Marcillac, die bizarren Felsgebilde der Causses und die Hochebene Ségala, im Aveyron finden sich die verschiedenartigsten Landschaftsformen. Der höchste Punkt im Departement liegt mit 1442 Metern auf dem Truques d'Aubrac, der tiefste mit 144 Metern nicht weit davon entfernt im Tal des Lot.
Das Aveyron wird sowohl von Mittelmeer wie auch vom Atlantik klimatisch beeinflußt. In den Bergen herrscht im Winter ein rauhes frostiges Klima. Die größeren Flüsse: der Lot im Norden, der Aveyron in der Mitte und der Tarn im Süden, fließen alle in Richtung Westen der Garonne zu, und damit in den Atlantik.
In der Mitte des Departements liegt das Lévézou mit Höhen von über 1 000 Metern, im Süden die Gebirgskette Lacaune, deren höchsten Erhebung der Pic de Montalet 1 260 Meter Höhe mißt.
Die Causses nehmen ungefähr ein Drittel der Fläche des Departements ein, wegen ihrer Unterschiedlichkeit ihrer Oberflächenform, ihres Landschaftsbildes und ihrer klimatischen Eigenschaften haben sie alle eine individuelle Prägung: Causse du Larzac, Causse Noir, Causse de Séverac, Causse Comtal, Causse de Villefranche.
Der Causse du Larzac, die größte und mediterranste der Kalkhochebenen umfaßt fast 1000 km2 nackter, steiniger Erde. Sie wird begrenzt vom Tarn im Norden, den Flüssen Dourbie und Vis im Osten sowie durch die Sorgues und den Orb im Süden. Sie zeigt sich als weite Hochfläche, unterbrochen durch abrupte Felsvorsprünge und tief eingeschnittene Täler. Die unterirdischen Flußläufe und die Höhlen stellen eine weiter Besonderheit dar.
Der Causse Comtal, deren Namen von den hiesigen Besitztümern der früheren Grafen (Comtes) von Rodez herrührt, sind ein Bindeglied der Causses du Quercy und der Grands Causses. Sie wer-den begrenzt durch das Tal des Lot im Norden und das des Aveyron im Süden.
Ségala, ein "Land zweier Gesichter" ist das wirkliche Herz des Rouergue, diese Hochebene erstreckt sich von Villefranche im Westen bis zu den Grands Causses et dem Haut-Lévezou im Norden. Der westliche Teil fällt sanft zum aquitanischen Becken hin ab.
Vom Tal des Lot sieht man nach Norden die Höhen des Aubrac und nach Süden die menschenleeren Weiten der Causses. Dieser schöne Fluß entspringt am Mont Lozère und mündet bei Aiguillon in die Garonne.
Das Klima hat bereits mediterrane Einflüsse, daneben wird es durch die Höhenlage beeinflußt. Es läßt sich wie folgt beschreiben:
Frost tritt je nach Höhenlage zwischen Mitte Oktober und Mitte Mai auf. Die mittlere Niederschlagshöhe liegt in Rodez bei 995 mm.
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| Stand: 1.Juni 2005 |
Copyright©: Hubert Becker, 1999
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