| Eine Pässerunde durch die Dolomiten in 4 Tagesetappen über 338 km. Tagesetappen zwischen 55 und 127 Kilometern. | |
| 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag | |
|
Streckenabschnitt |
Meeres- |
Entfernung |
Tages- |
Gesamt- |
|---|---|---|---|---|
| Trento -
Lavis Lavis - Lisignano Lisignano - Cembra Cembra - Fáver Fáver - Valda Valda - Grumes Grumes - Grauno Grauno - Capriana Capriana - Altrei Altrei - Auf der Höhe (IT-BZ-1315) Auf der Höhe - Solaiolo Solaiolo - Passo San Lugano (IT-BZ-1097) Passo San Lugano - Aguai Aguai - Cavalese (1. Tagesetappe) |
194 |
8,6 |
8,6 |
8,6 |
| Cavalese
- Tésero Tésero - Stava Stava - Passo di Pramadiccio (IT-TN-1443) Passo di Pramadiccio - Einm. SS620 Einm. SS620 - Cavalese Cavalese - Molina Molina - Ponte delle Stue Ponte delle Stue - Passo di Manghen (IT-TN-2042) Passo di Manghen - Malga Valtrighetta Malga Valtrighetta - Masetto (Albergo Calamento) (2. Tagesetappe) |
1010 |
4,8 |
4,8 |
70,3 |
|
Masetto - Pontarso |
1183 |
4,3 |
4,3 |
125,2 |
| Grigno -
Primolano Primolano - Tonini San Vito Tonini San Vito - Enego Enego - Foza Foza - Gállio Gállio - Asiago Asiago - Camporovere Camporovere - Ghertele Ghertele - Passo di Vézzena (IT-TN-1414) Passo di Vézzena - Malga Laghetto Malga Laghetto - Passo Cost (IT-TN-1298) Passo Cost - Gionghi Gionghi - Carbonara-di-Folgaria C.-di-Folgaria - Passo del Sommo (IT-TN-1343) Passo del Sommo - Folgaria Folgaria - Calliano Calliano - Mattarello Mattarello - Trento (4. Tagesetappe) |
282 |
5,8 |
5,8 |
217,7 |
Zeitraum
Die Radtour wurde vom 17. Juni bis 20. Juni 2007 bei überwiegend schönem Wetter durchgeführt.
Teilnehmer:
Hubert Becker
Uschi Becker
Allgemeine Hinweise
Jeder Teilnehmer ist für sein Gepäck selbst verantwortlich. Der Umfang des auf dem Rad mitzunehmenden Gepäcks sollte sich nach dem Stauraum und dem Tragevermögen jedes Teilnehmers bzw. Fahrrades richten. Grundsätzlich kann jeder mitnehmen, was er/sie für wichtig und richtig hält. Die technische Überprüfung des Radmaterials vor der Tour ist dringend angeraten. Der Umfang an Ersatzteilen und an Werkzeug sollte zwischen den Teilnehmern mit dem Ziel ausreichender Umfang und Vermeidung von Redundanzen abgesprochen werden.
Überblick
Diese Radtour ist keine Spazierfahrt, ca. 7.200 Höhenmeter sind auf 338 Kilometern zu absolvieren! Ausreichendes Training und Kondition sind für einen unproblematischen Tourenverlauf notwendige Voraussetzung. Aus gegebenem Anlaß wird darauf hingewiesen, dass die beschriebene Tour ist.
Empfohlenes Kartenmaterial: Die Generalkarte Südtirol-Dolomiten-Trentino (1:200.000), freytag&berndt WKS 14 "Trento - Lagorai - Fleimstal - Val di Fiemme (1:50.000).
Anreise (16.05.2007)
Die Anreise erfolgte mit dem eigenen Fahrzeug von München. Die Entfernung München - Trento beträgt 340 Kilometer. Die kürzeste Route verläuft über Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck, Brenner, Brixen, Bozen und Mezzolombardo. Zumeist ist die Strecke über Kufstein nach Innsbruck die schnellere.
Trento (Trient) ist die Hauptstadt des Trentino. Die Stadt hat ca. 115.000 Einwohner. Die Stadt ist Sitz des Erzbistums Trient und der Universität Trient mit etwa 15.000 Studenten. Historisch hat die Stadt vor allem durch das Konzil von Trient von 15451563 Bedeutung erlangt; dieses Konzil gab der Gegenreformation einen Auftrieb. Trient war Sitz der Fürstbischöfe, die auch weltliche Macht ausübten. Mit dem Einmarsch napoleonischer Truppen endete 1796 die Existenz des Fürstbistums. Danach wurde das Gebiet Teil des Kaisertums Österreich, später Österreich-Ungarns. Nach dem Ersten Weltkrieg fielen die Stadt und das Trentino durch den Vertrag von Saint-Germain an das Königreich Italien.
Die Anreise verläuft ohne besondere Vorkommnissse und ohne Stau. Wir finden Unterkunft im Hotel Everest. Wir können unser Auto die nächsten vier Tage in der Hotelgarage unterstellen. Bis zum Abendessen haben wir noch etwas Zeit, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen, hierzu zählz insbesondere die Kathedrale San Vigilio und der Piazza Duomo.
Beschreibung der Tour
Der Himmel ist bedeckt, als wir Trento verlassen. Die ersten Kilometer
fahren wir auf der SS12; sie ist relativ stark befahren, zum Teil sind auch
Radwege vorhanden. In Lavis bemerken wir, daß wir einen Fahrradcomputer
verloren haben. Dieser wird zwar sechs Kilometer zurück gefunden, er ist
jedoch von einem Fahrzeug überrollt worden und kaputt.
In Lavis beginnt dann die Auffahrt ins Val di Fiemme mit seinen bekannten Wintersportorten Cavalese, Tésero, Predazzo und Moena. Das Hochtal ist bekannt für seine Langlaufmöglichkeiten. Der Verkehr auf der SS612 ist mäßig. Ab und zu nieselt es ein wenig. In Höhe Capriana verlassen wir die SS612 und fahren über eine kleine Straße, die teilweise nicht asphaltiert ist, nach Altrei in der Provinz Alto Adige.
Altrei ist ein alter Ort, er wurde erstmals im Jahre 1321 urkundlich erwähnt. Die Ortschaft gehörte mehrere Jahrhunderte zu Tirol. 1779 fiel Altrei im Rahmen eines Gebietstausches an das Fürstbistum Trient. Nach den napoleonischen Kriegen ging das Trentino und somit auch Altrei wieder an Österreich.
Wir verlassen Altrei in nordöstlicher Richtung und fahren über einen kleinen Paß "Auf der Höhe" wieder ins Trentino. Am Passo San Lugano streifen wir auf wenigen Metern wieder die Provinz Alto Adige. Die restlichen sieben Kilometer bis zu unserem Tagesziel Cavalese sind schnell geschafft.
Cavalese ist ein hübscher Ort mit Flair. Er ist das Verwaltungszentrum des Val di Fiemme. Wir finden Unterkunft inem sehr angenehmen Hotel mitten im Ort. Das Hotel Bellavista ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Nach dem Duschen streifen wir ein wenig durch die Ortschaft. Ein kurzer Regenschauer treibt uns in die zentrale Bar des Ortes. Bei einem Bier beobachten wir das Treiben in Cavalese. Nach dem Abendessen im Hotel gehen wir früh zu Bett.
Die Tagesstatistik verzeichnet 65,5 Kilometer (12,5 Kilometer für die
Suche des Fahrradtachos sind herausgerechnt worden), 1362 Höhemeter, bei
einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,6 km/h.
2. Tag (Tabelle)
(Seitenanfang)
18.05.2007
Ein
strahlend blauer Himmel erwartet uns am Morgen. Um 9:30 Uhr verlassen wir Cavalese
in östlicher Richtung. Bis Tésero bleiben wir im Val di
Fiemme (Fleimstal). Jetzt biegen wir nach Norden in Richtung Stava
ab, um den Passo di Pramadiccio in unsere Sammlung aufzunehmen. Ursprünglich
wollten wir über den Passo di Pampeago (Reiterjoch) und den
Passo di Lavazè fahren. Da aber zwischen den beiden Pässen
ca. 2,5 Kilometer unbefestigt sind, haben wir den ursprünglichen Plan fallen
gelassen. Nach dem Passo di Pramadiccio geht auf der SS620 wieder
zurück nach Cavalese.
Bevor wir in Richtung Passo di Manghen weiterfahren, kaufen wir erst einmal für ein Picknick ein, Wir finden im Ortskern einen netten kleinen Metzger, bei dem wir italienische Wurstspezialitäten kaufen. Im Alimentari nebenan besorgen wir und noch Brot, etwas Käse und Obst.
Bis Molina
geht es weiter bergab. Wir erreichen jetzt das Tal des Rio di Cadino,
dem wir auf den nächsten zehn Kilometern folgen. Am (geschlossenen) Albergo
Castigo nutzen wir die Sitzgelegenheiten für ein Picknick. Nach einer
ausgiebigen Pause müssen wir jetzt weiter, noch 950 Höhenmeter liegen
vor uns.
Bis Ponte delle Stue bereitet die Steigung keine Schwierigkeiten; wir kurbeln und langsam hinauf. Nach dieser Brücke über den Rivo delle Stue macht die Straße eine Rechtskurve und die Steigung nimmt deutlich zu, sie liegt jetzt zwischen neun und zwölf Prozent. Auf ca. 1800 m Höhe verlassen wir den Wald, durch den die Straße bisher geführt hatte, und kommen in eine Almenlandschaft. Das Vieh ist Mitte Mai noch nicht auf der Alm.
Die Straße ist jetzt sehr schmal geworden. Die Nachmittagssonne brennt uns auf den Rücken. Meter um Meter kämpfen wir uns nach oben. Nach ein paar Kehr ist das Rasthaus (Rifugio) etwas unterhalb der Paßhöhe erreicht. Nur ein paar wenige Leute sitzen auf der Terrasse. Nach einer weiteren Kehre haben wir dann die Paßhöhe des Manghen erreicht. Der Schnee ist wegen des warmen Aprils in 2007 weitestgehend verschwunden.
Wir
rüsten uns für die folgende Abfahrt. Die Windjacken werden angezogen
und die Buffs werden unter dem Helm übergezogen. Ein Buff ist ein nahtloses
und vielseitiges Funktionstuch aus atmungsaktiver Polyester-Microfaser. Er ist
tragbar als Schal, Kopftuch, Pirat, ....
Die Abfahrt ist durch die Kehren im oberen Bereich abwechslungsreich. Danach verflacht sich das Ganze. In Masetto, einem Ortsteil von Telve, liegt direkt an der Straße das Albergo Calamento. Wir beschließen, hier zu übernachten. In aller Ruhe nehmen wir das Gepäck von der Rädern, verstauen diese und beziehen unser Zimmer. Nach der Dusche finden wir uns auf der Terasse des Hauses zu einem Bier ein. Wir studieren noch einmal die Karten und befragen den Wirt, ob eine Abkürzung in Richtung Valle Campelle passierbar ist. Der Wirt bestätigt, daß die Abkürzung möglich ist. Einige hundert Meter werden wir wohl schieben müssen. Wir haben uns schon auf Schieben am Folgetag eingerichtet, weiter oben am Passo Cinque Croci ist der Scheitelabschnitt nicht befestigt. Durch die Abkürzung sparen wir uns ungefähr 12 Kilometer und 400 Höhenmeter. Nachdem der Routenverlauf für morgen klar ist, können wir uns anderem Themen widmen. Zuerst einmal wird die Tagesstatistik notiert: 55,4 Kilometer, 1764 Höhenmeter bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12,1 km/h. Bis zum Abendessen lesen wir noch wenig bzw. machen ein Nickerchen.
Am
Abend im großen Speisesaal sind wir zunächst allein. Nach kurzer
Zeit kommt ein weiter Hotelgast. Die Antipasti und die Pasta sind hausgemacht,
einfach, bodenständig und gut. Eine Piccata Milanese rundet das Menü
ab.
Die Wirtsleute werkeln kräftig, sie richten die übrigen Tische für eine Hochzeitsfeier am Folgetag. Für uns als Gäste ist das nicht sehr gemütlich, ständiges Geschirrklappern, Tische- und Stühlerücken. Als wir mit dem Essen fertig sind, flüchten wir uns in die Bar, dort ist es merklich ruhiger.
Allzu alt werden wir an der Bar nicht, wir gehen früh zu Bett. Über 2000 Höhenmeter warten morgen auf uns, von denen einige über Schotterstrecken geschoben werden müssen.
3. Tag (Tabelle) (Seitenanfang) 19.05.2007
Auch
heute ist der Himmel wieder strahlend blau. Nach ungefähr vier Kilometern
müssen wir von der SP31 nach links abbiegen und nach wenigen hundert Metern
endet die befestigte Fahrbahn. Wir können noch einige Meter fahren, dann
müssen wir schieben. Wir überqueren den Fluß Maso di Spinelle,
den kurzen Anstieg zu einer kleinen Fahrstraße müssen wir schieben.
Die Straße durch das Valle Campelle ist umsäumt von Ferienhäusern
und kleinen Feriensiedlungen. An der Malga Carlettini-di-fuori endet
die befestigte Straße, hier stehen auch die letzten Häuser.
In einigen Kehren steigt die Straße steil bergan. Wir können noch einige Meter fahren, doch dann ist Schluß. Je steiler der Streckenabschnitt ist, desto schlechte der Weg; das Wasser tut das seine. Auf diesen ausgewaschenen Teilstrecken fällt auch das Schieben schwer. Es überholen uns zwei Mountainbiker. Sie sind auf ihren Bikes aber auch nicht viel schneller als wir schiebend. Jetzt wird es wieder etwas flacher und wir können wieder ungefähr einen Kilometer fahren. Bald können wir die Paßhöhe erahnen. Diese liegt ungefähr fünfzig Meter südlich der Piste und ist durch eine gußeiserne Konstruktion mit fünf Kreuzen markiert.
Im
Osten ist der Cima d'Asta die höchste Erhebung, im Nordwesten der
Monte Laste de le Sute und der Cima delle Stellunde. Wir genießen
die Blicke ringsherum und verweilen einige Zeit hier oben einschließlich
eines kleinen Plausches mit den Bikern.
Vorsichtig begeben wir uns an die Abfahrt. Bis auf wenige hundert Meter können wir langsam und vorsichtig fahren. Je weiter wir ins Tal kommen, desto besser wird der Wegzustand. Am Rifugio Refavaie beginnt der befestigte Fahrweg, der ab hier auf wieder für den motorisierten Verkehr freigegeben ist. Wir kehren im Gasthof ein und essen zu Mittag.
In flotter Fahrt fahren wir weiter bis kurz vor Canal San Bovo. Dort überqueren wir den Fluß Vanoi. Sofort steigt die Straße wieder Steil an. Nach der Überwindung einiger Serpentinen wird es wieder flacher und mit gleichmäßiger Steigung erreicht man die Paßhöhe des Passo del Brocon.
Der
Passo del Brocon ist nicht nur landschaftlich schön sondern er ist
auch wegen seiner Verkehrsarmut angenehm zu befahren. Die Paßhöhe
selbst bietet nicht viel, man kann zwar dort einkehren, die Gebäude erinnern
eher an einen Autobahnrastplatz.
Eine lange Abfahrt mit über 1350 Metern Höhendifferenz steht uns bevor. Es ist schon später Nachmittag, wir machen uns zügig auf die Strecke, die sehr kurvenreich ist. Wir rauschen durch Castello Tesino und verfahren uns glatt. Nach 3,5 Kilometern bemerken wir den Irrtum und kehren um. Ungefähr hundert Höhenmeter müssen wir wieder aufsteigen. Angesichts der fortgeschritten Zeit schauen wir auf unsere Hotelliste und reservieren im Hotel Conca d'Oro in Grigno.
Die Straße hinunter nach Grigno ist atemberauschend, insbesondere auf den letzten Kilometern. Zwölf Kehren reihen sich hier an einander.
Das Hotel Conca d'Oro liegt mitten im Ort. Die Wirtin empfängt uns vor der Tür und zeigt uns die Abstellplätze für die Fahrräder. Das Restaurant des Hotels ist nicht geöffnet. Die Wirtin empfiehlst uns eine Pizzeria in der Nähe und reserviert auch telefonisch einen Tisch für uns.
Die Pizzeria ist gut besucht. Wir haben nach dieser langen und schweren Tagesetappe Hunger und Durst. Essen und Trinken sind gut. Am Nachbartisch sitzt eine größere Gruppe. Es muß ein Naturgesetz sein, daß mit der Größe einer Gruppe die Lautstärke der Unterhaltung überproportional anwächst. Die Herrschaften unterhalten sich auf deutsch über ihre Radreise von Trento nach Venedig, jeder im Lokal, der Deutsch versteht, bekommt mit, worüber sie sprechen. Heute haben sie ihre erste Etappe absolviert. Ungefähr fünfzig Kilometer sind sie gefahren, die Etappe begann mit 250 Höhenmetern, dann ging es nur am Fluß Brennt bergab.
Wir reden nicht über unsere Radtour. Im Hotel notieren wir die Tagesstatistik: 89,9 Kilometer, 2100 Höhenmeter und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 12,9 km/h.
4. Tag (Tabelle) (Seitenanfang) 20.05.2007
Wie schon
an den letzten Tagen brezelt die Sonne vom Himmel. Beim Bepacken der Fahrräder
sind wir nicht allein. Die Gruppe von Vorabend aus der Pizzeria bereitet sich
auch für die Abfahrt vor. Sie haben im gleichen Hotel übernachtet
und sind schon etwas weiter als wir. Als sie abgefahren sind, kehrt Ruhe vor
dem Hotel ein. Einige Minuten später sind wir auch fertig und starten.
Auf einem Fahrradweg entlang des Flusses Brenta geht es bis Primolano.
Nach ungefähr drei Kilometern überholen wir unsere Landsleute. Sehr schnell ist die gemütliche Flußfahrt zu Ende. Jetzt geht's hinauf auf die Altopiano dei Sette Comuni, 870 Höhenmeter am Stück. Wir haben geglaubt, daß es jetzt flacher weitergeht. Nach einer kurzen Abfahrt mit ca. 100 Höhenmetern folgt sofort wieder ein etwa gleich langer Aufstieg. Die ausgedehnte Hochebene von Asiago wurde um das Jahr 1000 von bajuwarischen Bauern besiedelt und urbar gemacht. Es bildeten sich sieben Orte heraus , sie schlossen sich im Bund der Sieben Gemeinden zusammen. Nachdem die angrenzenden Herrschaften diese Rechte und Selbstverwaltung anerkannten, bildeten die Sieben Gemeinden von 1310 bis 1807 eine weitgehend eigenständige bajuwarische Bauernrepublik. Im Ersten Weltkrieg verlief die Dolomitenfront mitten durch die Hochebene der Sieben Gemeinden. Es wurden die Bewohner in die Poebene ausgesiedelt, wo ihnen jeder Gebrauch ihrer deutschen Sprache verboten war.
Asiago
wurde im Ersten Weltkrieg fast völlig zerstört. In den 1930er-Jahren wurde ein
Militärdenkmal für die Gefallenen dieses unsinnigen Stellungkriegs errichtet.
Es ruhen dort fast 54.000 Soldaten verschiedener Nationen. In der Gegend befand
sich auch das Fort Rocca Alta, das vor allem in der ersten Hälfte des Krieges
schwer umkämpft war.
Die Fahrtrichtung ist nun Nordwest und wir steuern auf den Passo di Vezzana zu. Verglichen mit der Auffahrt auf die Hochebene ist der Anstieg zum Paß flach, dafür haben wir aber mit Gegenwind zu kämpfen. Einige Male muß die Umwerfer justiert werden, bis die Schaltung wieder exakt funktioniert. Das hält auf. Die Paßhöhe ist recht flach. Während des Ersten Weltkriegs verlief die Front im Bereich des Passes. In der Nähe der Paßhöhe liegen ehemals österreichische Sperrwerke, nördlich Verle und Vezzena, südlich Lusern. Die italienischen Forte Monte Verena und Forte Campolongo sind besser aus Richtung Asiago zu erreichen.
Nach kurzer ab- und Auffahrt überqueren wir den unscheinbaren Passo Cost. Es ist der vorletzte von neun Pässen auf unserer viertägigen Rundfahrt. Der letzte Paß, der Passo del Sommo, verlangt von uns noch einmal einen Anstieg von 300 Höhenmetern. Jetzt geht es ab endgültig bergab in Etschtal. 1100 Höhenmeter auf ca. 17 Kilometern ist die Abfahrt lang.
Die letzten knapp zwanzig Kilometer legen wir auf einem Radweg zurück, der auf einem Hochwasserdamm der Etsch verläuft. Am Hotel angekommen, verstauen wir unsere Räder ins Auto und sehen zu, daß wir zügig die Heimfahrt antreten können. Kurz nach Mitternacht sind wir wieder zurück in München.
Die Tagesstatistik: 127 Kilometer, 2010 Höhenmeter und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,6 Kilometern.
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| Stand: 19. Oktober 2011 |
Copyright©: Hubert Becker,
2005
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