| Eine Pässerunde durch die Dolomiten in 4 Tagesetappen über 203 km. Tagesetappen zwischen 68 und 31 Kilometern. | |
| 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag | |
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Streckenabschnitt |
Meeres- |
Entfernung |
Tages- |
Gesamt- |
|---|---|---|---|---|
| Welschnofen
- Ponta Nova/Birchabruck Ponta Nova/Birchabruck - Novale/Rauth Novale/Rauth - Passo di Lavazè (IT-TN-1816) Passo di Lavazè - Abzw. Passo di Pramadiccio Abzw. - Passo di Pramadiccio (IT-TN-1443) Passo di Pramadiccio - Stava Stava - Tésero Tésero - Panchià Panchià - Ziano di Fiemme Ziano di Fiemme - Roda Roda - Predazzo Predazzo - Bellamonte Bellamonte - Panevéggio Panevéggio - Abzw. Passo di Valles Abzw. Passo di Valles - Passo di Valles (IT-TN-2033) Passo di Valles - Falcade (1. Tagesetappe) |
1051 |
3,5 |
3,5 |
3,5 |
| Falcade
- Canale d'Agordo Canale d'Agordo - Cencenighe Cencenighe - Listolade Listolade - Taibón Agordino Taibón Agordino - Agordo Agordo - La Valle Agordina La Valle Agordina - Passo Duran (IT-BL-1601) Passo Duran - Dont Dont - Fusine Fusine - Zoldo Alto (2. Tagesetappe) |
1235 |
4,8 |
4,8 |
72,9 |
|
Zoldo Alto - Forcella Staulanza
(IT-BL-1770) |
1315 |
7,7 |
7,7 |
121,8 |
| Canazei - Campitello
di Fassa Campitello di Fassa - Mazzin Mazzin - Pozzo di Fassa Pozzo di Fassa - Vigo di Fassa Vigo di Fassa - Vallonga Vallonga - Karer Paß (IT-BZ-1768) Karer Paß - Welschnofen (4. Tagesetappe) |
1442 |
3,5 |
3,5 |
174,7 |
Zeitraum
Die Radtour wurde vom 21. Mai bis 24. Mai 2009 bei überwiegend schönem Wetter durchgeführt.
Teilnehmer:
Hubert Becker
Uschi Becker
Allgemeine Hinweise
Jeder Teilnehmer ist für sein Gepäck selbst verantwortlich. Der Umfang des auf dem Rad mitzunehmenden Gepäcks sollte sich nach dem Stauraum und dem Tragevermögen jedes Teilnehmers bzw. Fahrrades richten. Grundsätzlich kann jeder mitnehmen, was er/sie für wichtig und richtig hält. Die technische Überprüfung des Radmaterials vor der Tour ist dringend angeraten. Der Umfang an Ersatzteilen und an Werkzeug sollte zwischen den Teilnehmern mit dem Ziel ausreichender Umfang und Vermeidung von Redundanzen abgesprochen werden.
Überblick
Diese Radtour ist keine Spazierfahrt, ca. 5.500 Höhenmeter sind auf 203 Kilometern zu absolvieren! Ausreichendes Training und Kondition sind für einen unproblematischen Tourenverlauf notwendige Voraussetzung. Aus gegebenem Anlaß wird darauf hingewiesen, dass die beschriebene Tour ist.
Empfohlenes Kartenmaterial: Die Generalkarte Südtirol-Dolomiten-Trentino (1:200.000), freytag&berndt WKS 5 "Grödner Tal" (1:50.000), freytag&berndt WKS 7 "Überetsch - Südtiroler Unterland - Latemar - Cavalese" (1:50.000), freytag&berndt WKS 10 "Sextener Dolomiten" (1:50.000), freytag&berndt WKS 14 "Trento - Lagorai - Val di Fiemme" (1:50.000),freytag&berndt WKS 15 "Pale di San Martino - Agordo - Belluno" (1:50.000).
Anreise (20.05.2009)
Die Anreise erfolgte mit dem eigenen Fahrzeug von München. Die Entfernung München - Welschnofen beträgt 287 Kilometer. Die kürzeste Route verläuft über Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck, Brenner und Brixen. Zumeist ist die Strecke über Kufstein nach Innsbruck die schnellere.
Welschnofen /( italienisch Nova Levante) befindet sich im hinteren Abschnitt des Eggentales. Erreichbar ist Welschnofen über die Staatsstraße SS 241, auch als Dolomitenstraße bezeichnet. Die erste Nennung erfolgte im Jahr 1142 in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Hartmann von Brixen an das Kloster Neustift. 1429 taucht zum ersten Mal der Name „Welschnofen“ auf. Der Ausdruck „Welsch“ weist darauf hin, daß bei der Besiedelung vorwiegend Welsche, d. h. Ladinisch Sprechende beteiligt waren. Die Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg war für Welschnofen eine schwierige Zeit, alles Deutsche war verboten, der Name Welschnofen wurde zunächst durch „Nova Italiana“, später durch „Nova Levante“ ersetzt.
Die Anreise verläuft ohne besondere Vorkommnisse und ohne Stau. Wir finden Unterkunft im Gasthof Löwen. Das Haus liegt direkt an der Dolomitenstraße und befindet sich ca. einen Kilometer vor dem Ortszentrum von Welschnofen. Wir können hier für die nächsten Tage und Nächte unser Auto abstellen. Die Küche hatte bei unserer Ankunft um 21 Uhr bereits geschlossen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, fahren wir in das Ortszentrum und essen dort eine Pizza.
Beschreibung der Tour
Die Radltaschen sind schnell gepackt, das restliche Gepäck wird im Auto
verstaut, aus dem wir zuvor unserer Räder geholt haben. Aber dennoch ist
es fast 10 Uhr, als wir starten. 3,5 Kilometer Abfahrt auf der Dolomitenstraße,
dann beginnt der Anstieg zum Passo die Lavazè. Die Straße
führt zunächst durch den dichten Nadelwald von Rauth (italienisch
Novale). Von Rauth sind es noch 500 Höhenmeter bis zum Passo
di Lavazè. Hier verläuft die Grenze zwischen den Provinzen Alto
Adige und Trento. Auf der Paßhöhe zweigt eine Straße zum Jochgrimm
(ital: Passo di Oclini) ab. Die Paßhöhe erweist sich eher als Hochebene
denn als Paß. Einige Hotels und Restaurants gibt es hier, die Mehrheit
wurde zu den nordischen Ski-WM 2003 neu erbaut oder die bestehenden Einrichtungen
wurden erweitert. Die Aussicht auf der Paßhöhe ist beeindruckend. Bei
entsprechendem Wetter kann man im Westen Norden und Osten die großen Massive
Südtirols erblicken.
Die Abfahrt nach Tésero wird nur durch einen Minianstieg zum Passo di Pramadiccio unterbrochen. In Panchia überqueren den Fluß Avisio. Man hätte aber bereits vorher auf die linke Flußseite zu dem hier verlaufenden Fahrradweg wechseln können.
In Ziano kehren wir am Kreisverkehr an der linken Flußseite zum Mittagessen ein. Man will nicht draußen auf der Terrasse servieren, also müssen wir notgedrungen im Inneren Platz nehmen. Die Pasta hat uns gestärkt, so daß wir den langen Anstieg zum Passo di Valles angehen können.
Bis Predazzo bleiben wir auf dem Radweg. Wir radeln langsam durch die Hitze (25 - 27°C) des frühen Nachmittags. Nach dem Ortsausgang gibt es einen kleinen asphaltierten Weg südlich der Hauptstraße (SS 50). Wir wollen dem mäßigem bis starken Verkehr Richtung Passo di Rolle entgehen und wählen diese Alternative. Bald ist links von uns die Hauptstraße weit über uns, wir befinden uns aber immer noch im Talgrund. Uns schwant schlimmes. Bald befinden wir uns auf einem Anstieg mit ca. 20 Prozent Steigung. Auf der Hauptstraße wäre die Steigung wesentlich geringer gewesen.
Kurz vor der ersten der vier Kehren treffen wir auf die SS 50 und haben bald den kleinen Ort Bellamonte erreicht. Die Steigung flacht merklich ab. Vorbei am Lago di Paneveggio radelt es sich ganz entspannt. Es geht sogar ein paar Meter bergab. Kurz vor dem kleinen Ort Paneveggio ereilt uns eine Reifenpanne. Es liegt zuviel Split auf der Straße, eines von den Splitkörnern hat den Reifen und Schlauch durchstoßen. Unter dem Vordach eines noch geschlossenen Hotels beheben wir die Panne, während es leicht vor sich dahin regnet. Regenende und Weiterfahrt sind fast zeitgleich. Nach fast zwei Kilometern ist der Abzweig zum Passo di Valles erreicht.
Auf den ersten drei Kilometern hält sich die Steigung mit 5 - 7 Prozent noch in Grenzen, dann geht's zur Sache: 10 -12 Prozent folgen auf dem Abschnitt bis zur Paßhöhe. Es ist kühl hier oben auf 2000 m. Neben der Straße befinden sich noch einige Schneefelder, das Schmelzwasser läuft über die Fahrbahn. Die Abfahrt bis Falcade ist reine Formsache. Der Passo die Valles (2033 m) ist angenehm in Erinnerung geblieben, wir fast keinem Auto und Motorrad begegnet. Im Hotel in Falcade hat sich das Fehlen der Motorräder schnell aufgeklärt, deren Fahrer saßen alle schon beim Bier. Wir steigen im Hotel Belvedere ab, in diesem Haus hat alles gestimmt. Nach dem Essen unterhalten wir uns an der Bar noch mit dem Seniorchef des Hauses, er weiß über viele Details der Gegend zu berichten.
Die Tagesstatistik verzeichnet 68 Kilometer, 2029 Höhenmeter, bei einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von 11,7 km/h.
2. Tag (Tabelle)
(Seitenanfang)
22.05.2009
Bei schönem
Wetter verlassen wir Falcade. Bis Cencenighe geht es in flotter
Fahrt bergab. Kurz vor Cencenighe müssen wir einen kurzen unbeleuchteten
Tunnel passieren, er ist glücklicherweise für den motorisierten Verkehr
gesperrt. Auf der SS 203 fahren wir weiter in Richtung Agordo. Der Verkehr
hat zugenommen.
Agordo ist der Hauptort des Agordino Tals hat drei bekannte Sehenswürdigkeiten: die Pfarrkirche des Orts (Santa Maria Nascente) aus dem 19. Jahrhundert, eine venezianische Villa (Villa Crotta de Manzoni) und und ein Brillenmuseum. Agordo ist der tiefste Punkt auf unserer Rundfahrt. Ab hier heißt es mal wieder Klettern.
Noch
im Ort beginnt der Anstieg zum Passo Duran. Fast 1000 Höhenmeter
liegen vor uns. Die Steigung beginnt unvermittelt und hält zehn Kilometer
an, zwischen neun und 12 Prozent beträgt die Gradiente, erst auf den letzten
2,5 Kilometern wird es etwas flacher. Die Südwestrampe zum Passo Duran
ist abwechslungsreich und verkehrsarm.
Auf der Paßhöhe befindet sich kleines Restaurant (Rifugio San Sebastiano di Cordella Beniamino). Schräg gegenüber sieht man eine kleine Kapelle in einem eigenwilligen Baustil. Wir kehren im Rifugio zum Mittagessen ein.
Die Abfahrt verzögert sich, weil es zu regnen begonnen hat. Im Westen wird es aber schon heller, der Regenschauer ist abwartbar. Die Abfahrt nach Dont ist ist kürzer und steiler. Immer wieder tröpfelt es bei der Abfahrt. In Dont angekommen, hört der leichte Regen auf und die Sonne sticht. Bis Colle S. Lucia, unserem heutigen Tagesziel, sind es noch 24 Kilometer. Dazwischen liegt der Passo Staulanza. Auf geht's.
Bis
Fusine kommen wir gut voran. Doch es beginnt wieder zu regnen. Es erwischt
uns ein starker Gewitterguß. Wir können uns notdürftig unter
dem schmalen Vordach einer Garage unterstellen. Es blitzt und donnert, begleitet
von Starkregen, ein Viertelstunde, eine halbe Stunde, eine Stunde. Allmählich
hört der Regen auf. Wir können wieder weiter fahren. Während
der Regenpause haben wir diskutiert, ob wir an unserem ursprünglichen Plan
festhalten oder ob wir früher aufhören sollen. Wir kommen zu dem Entschluß,
daß wir beim nächsten akzeptablen Hotel aufhören sollen.
Nach 1,5 Kilometern ist Schluß für heute. Die Sonne scheint zwar wieder, aber die Straßen sind noch sehr naß. In Pianaz finden wir Unterkunft im Hotel Al Sole. Pianaz gehört wie die anderen Weiler zur Gemeinde Zoldo Alto. Wir werden freundlich empfangen, der Chef des Hauses entschuldigt sich, daß es ein wenig nach Farbe riecht. Aber das Haus muß für die bevorstehende Sommersaison auf Vordermann gebracht werden. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, können wir uns auf der Terrasse niederlassen und bei einem Bierchen etwas lesen und unterhalten. Wir ändern unsere ursrüngliche Etappeneinteilung auch für den kommenden Tag, bis Canazei soll es morgen. Am letzten Tag, am Sonntag, haben wir dann noch eine Halbetappe bis Welschnofen.
Nach und nach füllt sich die Terrasse mit Gästen, die beim Wandern waren. Alle schimpfen über das Wetter, die meisten von ihnen sind kräftig naß geworden. Jetzt ist es wieder richtig schön geworden, der Monte Pelmo (3168 m) wird von der Abendsonne angestrahlt. Bald wird die Sonne im Westen hinter dem 3200 Metern hohen Monte Civetta verschwinden. Wir verschwinden in den Speisesaal.
Der Speisesaal ist gut gefüllt. Das dreigängige Menü schmeckt vorzüglich, insbesondere die frische Bachforelle. Am Nachbartisch geht es etwas lauter zu, die ungefähr fünfjährige Tochter ist nicht zu beruhigen. Vater und Mutter verlassen abwechselnd mit dem Kind den Speisesaal. Alles umsonst, genervt gehen sie endgültig. Es kehrt wieder Ruhe ein.
Später an der Bar plauschen wir noch eine Weile mit dem Wirt. Er erzählt uns, daß der Passo Staulanza schon öfters vom Giro d'Italia überquert worden ist, das letzte Mal im Jahr 2005, als die Etappe in Zoldo Alto endete. Alle Hotels waren gefüllt mit den Fahrern und deren Begleitmannschaft.
Die Tagesstatistik: 46 Kilometer, 1350 Höhenmeter bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 11,0 km/h.
3. Tag (Tabelle) (Seitenanfang) 23.05.2009
Heute
ist der Himmel wieder strahlend blau. Nach ungefähr acht Kilometern und
450 Höhenmetern haben wir den Passo Staulanza oder auch Forcella
Staulanza geschafft. Die mittlere Steigung der Südrampe liegt bei ungefähr
8 Prozent, die Zehn-Prozent-Marke wird nicht erreicht. Beide Rampen des Passo
Staulanza sind landschaftlich besonders reizvoll, großartige Blicke
bieten sich zum Monte Pelmo und zum Monte Civetta. Nach dem Passieren
von Pecol Nuovo türmen sich acht Kehren übereinander, nach
letzten sollte man anhalten und den Blick nach unten genießen.
Die
schöne Abfahrt nach Selva di Cadore wird nur durch einen kleinen
Gegenanstieg bei Santa Fosca unterbrochen. In Selva di Cadore
zweigt nach Norden die Straße zum Passo di Giau ab, einem der schönsten,
aber sehr anstrengenden Pässe der Dolomiten. Wir klettern aber hinauf nach
Colle Santa Lucia. Diese kleine Gemeinde mit ca. 400 Einwohnern thront
in majestätischer Lage auf einem Felsplateau oberhalb des Florentina-Tals.
Von Belvedere, einem Balkon oberhalb von Caprile im Cordèvole-Tal
hat man einen herrlichen Ausblick. Das ist auch den Busfahrern bekannt. In Mengen
werden die Busreisenden dort ausgeschüttet, dementsprechend voll ist es.
Wir haben Mühe, uns zum Aussichtspunkt vorzukämpfen. Einige Norddeutsche
mußtem ihr Unverständnis über unsere Art zu reisen laut artikulieren:
"Die arme Frau!" Unverantwortlich!" "Verkehrshindernis!"
Wir lassen sie reden und fahren los. Nach einigen Kilometern müssen wir
scharf nach links in die SS 203 einbiegen, die vom Passo di Falzàrego
kommt. In Rudeln kommen die Motorradfahrer vom Falàrego hinunter.
In
schneller Fahrt sausen wir hinunter nach Caprile, dem tiefsten Punkt
am heutigen Tag. Wir biegen nach rechts auf die SS 641 ab, der wir bis kurz
vor Rocca Piètore folgen. Hier könne wir die Strada statale
verlassen. Wir biegen nach links in eine kleine Ortsstraße ein, auf der
wir ca. zwei Kilometer bleiben. Bei Bosco Verde kommen wir wieder auf
die Hauptstraße. In einer Pizzeria in Pian Palue machen wir Halt.
Auf der schattigen Terrasse läßt es sich aushalten. Zwei französische
Motorradpaare sitzen am Nachbartisch, sie sehen die französische Aufschrift
auf unseren Radtrikots: "Club des Cent Cols". Sie halten uns für
Franzosen und fragen, wo wir herkommen. Wir erklären ihnen, daß wir
aus München kommen, keine Franzosen sind, aber Mitglieder in einem französischen
Radclub sind, eben in diesem besagten "Club des Cent Cols". Das befriedigt
ihre Neugier.
Nach der ausgiebigen Mittagspause liegt nun ein harter Brocken vor uns, der Passo di Fedaia. Beim Ortseingang von Sottogudo folgt man nicht nach links der Strada statale, sondern man fährt geradeaus in den Ort hinein. Bald kommt man zum Eingang in die Sottoguda-Schlucht, die nur für Fußgänger und Fahrräder freigegeben ist. Die folgenden 2700 Meter sind ein schmaler, asphaltierter Pfad durch eine ebenso schmale Schlucht mit ihrem wildem Bach. Am Ende der Schlucht trifft man bei Malga Ciapela wieder auf die Straße zum Passo Fedaia.
In
Malga Ciapela, hier stehen einige Ferienhäuser, Hotels und Restaurants,
liegt die Talstation der großen Seilbahn hinauf auf den Marmolada-Gletscher.
Nach ein paar Kurven folgt jetzt eine am Anfang leicht kurvige, später
schnurgerade Straße, die zudem auch noch sehr steil ist (12 - 14 %). Dieser
Abschnitt ist unangenehm zu fahren, man sieht einfach nicht, daß man vorankommt.
Endlich ist man bei den Kehren angekommen, hier muß man kurze, steile
Rampen bis zu 16 Prozent meistern. Elf Kehren sind es bis zur Paßhöhe,
über der Straße verläuft die Sesselbahn hinauf zum Passo
Padon. Diesen Paß kann man nur mit dem Mountainbike oder auf Ski bezwingen.
Endlich kommen wir am Passo di Fedaia an.
Die Paßhöhe des Fedaia ist ungewöhnlich. Hier oben wurde ein Stausee, der Lago di Fedaia, angelegt mit je einer Staumauer an der Ost- und der Westrampe. Auf 2,7 Kilometenr fährt man auf ziemlich ebener Straße am See entlang, bevor man bei dem Rifugio E. Castiglioni zu Westrampe kommt. Auf der Fahrt entlang des Stausees kann man viele herrliche Ausblicke auf den Marmolada-Gletscher genießen.
Am Rifugio E. Castiglioni machen wir Rast, um in aller Ruhe diese grandiose Gebirgslandschaft anzuschauen, man kann sich nicht satt sehen.
Die
Westauffahrt zum Passo di Fedaia ist weniger schön als das östliche
Pendant. Einige Galerien sind zu durchfahren, die Steigung bzw. das Gefälle
erreicht selten 10 Prozent. Deshalb geht es zügig dahin. Die Wetsrampe
weist sechs Kehren auf. Nach knapp zwölf Kilometern haben Canazei
erreicht. Höhenmeter um Höhenmeter ist es wärmer geworden. In
Canazei ist es um 17 Uhr noch 27 ° C warm. Im Hotel
Laurin finden wir eine angenehme Unterkunft. Das Hotel liegt mitten im Ort
an der Via Dolomites. Wir haben ein Zimmer zur Hinterfront, dementsprechend
ruhig ist es.
Nach dem Duschen genehmigen wir uns auf der Terasse vor dem Hotel ein Bierchen. Danach schlendern wir ein wenig durch den Ort. Canazei ist das nördlichste, größste und verstädtertste Dorf im Fassatal. Der ladinische Name dieses Dorfes (Cianacei) kommt aus dem latinisch "cannacetum", das heißt "ein Platz wo Binsen und Schilfrohre wachsen". Allzu viel gibt es im Ort nicht zusehen und sind wir bald wieder am Hotel.
Das Abendessen genießen wir auf der Terrasse eines benachbarten Restaurants.
Später notieren wir die Tagesstatistik: 57 Kilometer, 1700 Höhenmeter und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 11,6 km/h.
4. Tag (Tabelle) (Seitenanfang) 24.05.2009
Ein
wenig trüb mit Hochnebel, so das Wetter, als wir starten. Die ersten zehn
Kilometer im Fassatal sind schnell absolviert. In den Dörfern des
Tals sind die Menschen in Tracht auf dem Weg zur Kirche. Zum Teil fahren wir
auf der Strada statale, teilweise sind aber auch Radwege angelegt.
In Pozza di Fasso können wir eine Abkürzung nach Vigo di Fassa nehmen. Die Auffahrt zum Karer Paß (italienisch: Passo di Costalunga) ist nicht besonders steil, ca. sechs Prozent durchschnittlich. Bald haben wir fast die Höhe des Passes erreicht, aber von einer Paßhöhe ist weit und breit nichts zu sehen. Weitere vier Kilometer sind jetzt mit minimaler Steigung zu fahren, dann stehen wir vor dem Paßschild. Die Paßhöhe ist ziemlich flach, einige Hotels und Ferienwohnungen befinden sich dort.
Weitere
Häuser stehen an der Nordwestauffahrt. Am Karersee befindet sich
ein ganzes Feriendorf. Ein Lift führt in das Gebiet des Rosengartens.
Diese Auffahrt steht bezüglich der Bebauung im krassen Gegensatz zur Ostauffahrt.
Wir starten Richtung Welschnofen. Nach dem Abzweig zum Nigerpaß geht es in eine lange Gerade, unser Tempo ist entsprechend. An einer Fahrbahnunebenheit springt der Fahrradcomputer aus der Halterung und schlittert die Straße hinunter. Nach ca. 30 Metern bleibt er im Straßengraben liegen. Das Display hat diesen Sturz nicht überlebt, die Aufzeichnung der heutigen Etappe ist gelöscht. Die Aufzeichnungen der Vortage sind aber noch im Speicher vorhanden. Das oben gezeigte Höhenprofil mußte künstlich erzeugt werden. Die Daten von Canazei bis zum Karer Paß stammen aus einer früheren Tour, die Abfahrt vom Karer Paß bis Welschnofen ist als gerade Linie dargestellt, Abweichungen in der Gradiente konnten nicht wiedergegeben werden.
Nach wenigen Minuten erreichen wir Welschnofen, dann ist es noch ca. einen Kilometer bis zum Gasthof Löwen. Hier schließt sich der Kreis.
Nach dem Mittagessen können wir im Wellnessbereich duschen und uns umziehen. Dann treten wir gemütlich die Heimreise nach München an, wo wir am frühen Abend eintreffen.
Eine genaue Tagesstatistik gibt es wegen des defekten Fahrradcomputers nicht: 31 Kilometer und ca. 400 Höhenmeter.
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| Stand: 26. Oktober 2011 |
Copyright©: Hubert Becker,
2005
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