Zwischen Dordogne und Vézère  französische Version   englische Version


Eine Rundtour zwischen Dordogne und Vézère über 115 Kilometer.

Streckenschreibung

Streckenabschnitt

Meeres-
höhe (Startort)

Entfernung
[km]

Summe
[km]

Calviac-en-Périgord - Carlux
Carlux - Salignac-Eyvigues
Salignac-Eyvigues - St. Geniès
St. Geniès - St. Amand-de-Coly
St. Amand-de-Coly - Montignac
Montignac - Grotte de Lascaux
Grotte de Lascaux - Thonac
Thonac - St. Léon-sur-Vézère
St. Léon-sur-Vézère - Tursac
Tursac - Les-Eyzies-de-Tayac
Les-Eyzies-de-Tayac - Combe-Nègre (D48)
Combe-Nègre - St. Cyprien
St. Cyprien - Beynac-et-Cazenac
Beynac-et-Cazenac - La Roque-Gageac
La Roque-Gageac - Vitrac
Vitrac - Carsac-Aillac
Carsac-Aillac - Calviac-en-Périgord

85
200
297
144
210
77
216
70
100
80
74
210
72
60
65
70
126

5,5
13,0
7,0
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8,0
2,0
8,5
3,0
9,0
5,5
6,0
5,0
10,0
5,0
6,0
8,5
2,5

5,5
18,5
25,5
35,5
43,5
45,5
54,0
57,0
66,0
71,5
77,5
82,5
92,5
97,5
103,5
112,0
114,5

Höhenplan

(Link zur Kartenskizze)

Beschreibung der Tour

Ausgangspunkt der Radtour ist Calviac-en-Périgord, ein kleines unscheinbares Dorf mit einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Calviac liegt an der Dordogne, ungefähr auf halber Distanz zwischen Sarlat-la-Canéda und Souillac. Natürlich kann diese Rundtour auch an jedem anderen Punkt der Strecke beginnen.

Die ersten drei Kilometer fahren wir auf der D703 entlang der Dordogne. In Rouffillac biegen wir nach rechts auf die D61 nach Carlux, hier sind die ersten hundert Höhenmeter zu überwinden. Der Ort mit seinen engen Straßen und Gassen wird durch seine Burgruine dominiert, die einst den Grafen von Turenne gehörte.

Nach Carlux sind einige weitere Höhenmeter zu überwinden, dann führt die Straße über Höhenrücken mit einer guten Sicht über die Hügel des Périgord Noir. Das Manoir d'Eyrignac lassen wir links liegen. (Ein Besuch dieses Herrenhauses mit seinen weitläufigen Parkanlagen, die zu den schönsten Frankreichs gehören, lohnt sich.) Nach einigen Kilometern erreichen wir Salignac-Eyvigues. Im Ort mit gleichnamigem Schloß, noch unberührt vom Touristenrummel, sind viele Häuser bereits liebevoll restauriert. Einige Hotels und Restaurants laden zum Bleiben ein.

In Salignac-EyviguesBis zum nächsten Ziel sind es sieben Kilometer: St. Geniès, le chant en pierres, wie es ein Plakat an einer Straßenkreuzung ankündigt. Im Ort findet man überwiegend steingedeckte, alte Häuser, die sich um die romanische Kirche und das Schloß herum scharen. Steingedeckte Häuser und Kirchen findet man noch viele im Périgord. Kennzeichnend für steingedeckte Häuser ist die Steilheit der Dächer, um so die tonnenschwere Last abtragen zu können. Für Stein als Material für die Dachdeckung sprechen zwei Gründe: dieses Material ist ausreichend verfügbar und, im Mittelalter ein wichtiges Argument für befestigte Bauten, das Dach gerät von außen nur schwer in Brand.

Befestigte Bauten waren im Périgord neben Burgen und Bastiden auch Wehrkirchen, eine der größten ist die von Saint-Amand-de-Coly. Ihr Bau wird in die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert. Von St. Geniès sind es ca. 10 Kilometer bis St-Amand-de-Coly.

Wir fahren weiter auf sehr schmalen Straßen über eine Anhöhe und dann hinunter ins Tal der Vézère nach Montignac. Dieses verschlafene Nest wurde 1940 plötzlich berühmt, als vier Jugendliche auf der Suche nach ihrem Hund eine Höhle mit vorgeschichtlichen Höhlenmalereien entdeckten. Der Fund von Lascaux erwies sich als einer der bedeutendsten für die prähistorische Forschung. Die Originalhöhle, die von 1948 bis 1963 für Besucher geöffnet war, bleibt seitdem für die Öffentlichkeit geschlossen, weil die kostbaren Fresken durch das von den Besuchern ausgeatmeten Kohlendioxid und die eingedrungene Luftfeuchtigkeit angegriffen wurden und drohten zerstört zu werden. Seit 1983 ist Lascaux II, eine originalgetreue Nachbildung der Originalhöhle, für den Besucherstrom geöffnet.

Lascaux II liegt ca. 200 Meter neben der Originalhöhle auf einer Anhöhe zwei Kilometer südlich von Montignac. Eintrittskarten für Lascaux II gibt es ausschließlich beim Fremdenverkehrsamt in Montignac. Die Karten werden für zeitlich vorbestimmte Führungen ausgegeben. Es empfiehlt sich, die Karten bereits einige Tage im voraus zu kaufen, weil dann eher der gewünschte Termin verfügbar ist und zudem die Schlange am Vorverkaufsschalter nicht so lang ist.

Nach einer kleinen Stärkung fahren wir von Montignac nahe an der Vézère. Wir bleiben bis zur Brücke nach Thonac am linken Flußufer. Nach ungefähr fünf Kilometern sehen wir auf einem Felsen über dem Fluß das Château de Losse, ein befestigtes Renaissance-Schlößchen aus dem 16. Jahrhundert.

St. LéonIn Saint-Léon-sur-Vézère bewundern wir eine der schönsten romanischen Kirchen des Périgord, sie liegt in einer Flußschleife unmittelbar am Ufer der Vézère. Weitere Sehenswürdigkeiten in St. Léon sind die Schlösser Château de la Salle und Château de Clérans.

Wir überqueren erneut den Fluß und fahren auf der D66 zum Roque St. Christophe. Auf dem 900 m langen und 80 m hohen überhängenden Felsen lebten im in der jüngeren Altsteinzeit bis zu 1500 Menschen in Hunderten von Höhlen, die über fünf Stockwerke verteilt waren.

Der letzte Wegabschnitt an der Vézère führt bergauf und bergab über Tursac nach Les-Eyzies-de-Tayac, die selbsternannte Hauptstadt der Früh- und Vorgeschichte. Im Musée National de Préhistoire wird eine sehr umfangreiche Sammlung von prähistorischen Knochenfunden, Gegenständen und Kunstwerken gezeigt, Schautafeln erläutern die zeitliche Abfolge der vorgeschichtlichen Epochen. Rund um Les Eyzies liegen zahlreiche Fundstätten aus früh- und vorgeschichtlicher Zeit, darunter der Abri de Cro-Magnon, unter dem man 1868 beim Bau eines Hotels drei Skelette gefunden hat, die als Überreste des Homo Sapiens identifiziert wurden, dem sog. Cro-Magnon-Mensch.

Wehrkirche von TayacIm Ortsteil Tayac steht eine Wehrkirche aus dem 11./12. Jahrhundert. Sie ist nicht so groß wie die von St. Amand-de-Coly, sie besticht aber durch ihren reinen romanischen Stil.

Beynac-et-CazenacWir verlassen Les Eyzies in Richtung Sarlat, nach ungefähr einem Kilometer biegen wir nach rechts auf die D48. Es geht zunächst leicht, dann steil hinauf nach Combe-Nègre. Es folgt eine rasante Abfahrt nach St. Cyprien im Dordogne-Tal. Auf der relativ stark befahrenen D703 erreichen wir Beynac-et-Cazenac. Hoch oben über dem Ort thront das gleichnamige Schloß von Beynac, die einst von Richard Löwenherz erobert wurde. Am gegenüberliegenden Ufer ist Château Castelnaud zu sehen. Zwischen beiden Burgen wurden im Hundertjährigen Krieg einige Scharmützel ausgetragen.

In La Roque-Gageac wird noch einmal nachgetankt, die Wasserflaschen an den Fahrrädern sind leer. Die alten Häuser des Dorfes sind am Steilhang unterhalb des Felsens aneinander gereiht. La Roque-Gageac zählt zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs.

Über Vitrac fahren wir weiter Dordogne-Aufwärts nach Montfort. Das Château de Montfort wurde vom berüchtigten Simon de Montfort im 12. Jahrhundert erobert und zerstört. Im Hundertjährigen Krieg wurde die Befestigungsanlage noch dreimal zerstört und wieder aufgebaut. Das heutige Château stammt weitestgehend aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Von einem weiter östlich liegenden Aussichtspunkt genießen wir einen schönen Ausblick auf das Schloß und über den Cingle de Montfort, einer Flußschleife der Dordogne.

In Carsac steht eine bauerlich-schlichte aber dennoch sehr eindrucksvolle romanische Kirche. Wir fahren jetzt einige Kilometer auf einer Piste Cyclable, einer zum Fahrradweg umgebauten ehemaligen Eisenbahnstrecke bis hinter den Ort Aillac, in dem auch eine sehenswerte romanische Kirche steht.

Nun erreichen wir die Zielgerade nach Calviac-en-Périgord, das wir nach 115 Kilometern wieder erreichen.

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Stand: 14. September 2009

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