Lozère


Das Departement Lozère gehört zur Region Languedoc-Roussillon und ist mit 14 Einw./km2 sehr dünn besiedelt. Insgesamt leben ca. 73 000 Menschen im Lozère. Mit einer durchschnittlichen Meereshöhe von 1000 m ist es das höchste in Frankreich. Der höchste Punkt wird mit 1702 m auf dem Mont Lozère erreicht, nach diesem Berg ist das Departement benannt. Die tiefsten Lagen befinden sich mit 220 m im Tal des Gardon de Mialet.

Das Lozère kann in folgende sieben geographische Landschaften unterteilt werden:

L'Aubrac im Nordwesten des Lozère, an der Grenze zum Nachbardepartement Aveyron, ist eine große Hochebene mit mehrere hundert Meter dicken Basaltströmen, die einen Granitsockel bedecken, in durchschnittlich 1200 m Meereshöhe. Hier spürt man die große Weite, in der man frei atmen kann. Seine Blütenpracht im Frühjahr, viel Schnee im Winter sind charakteristisch für diese Landschaft. Eine Reihe von kleineren Seen laden zum Baden und Angeln ein. Schaf- und Rinderherden halten das Gras niedrig.

Les Monts de la Margeride, ein Bergkette aus Granitgestein an der Grenze zu Auvergne, ist das größte Granitmassiv Europas mit einer durchschnittliche Höhe von 1100 m. Die Gipfel sind größtenteils mit Nadelwäldern bedeckt, teilweise findet man auch Laubwälder. Kleine Bäche und Flüsse durchziehen die Gegend in ost-westlicher Richtung. In den letzten Jahrzehnten wurden in den Naturparks Ste-Lucie und Ste-Eulalie wieder Wölfe und Bisons angesiedelt. Vielerorts kann riesige Granitblöcke bestaunen, die teilweise übereinander getürmt sind, sie erinnern an die "Balanced Rocks" im Amerikanischen Westen. Unterhalb der Montagne erstrecken sich die stark gewellten Plaines (Ebenen) mit zahlreichen Felsnasen. Hier ist die Bevölkerungsdichte größer. Die Menschen leben auf abgelegenen oder zu kleinen Weilern zusammengeschlossenen Höfen.

Der Lot ist zusammen mit dem Tarn einer der beide größeren Flüsse des Lozère. Seine Quelle liegt in 1 272 m Höhe nahe le Bleymard im Gebirge Du Goulet. Von dort fließt er weiter nach Mende und Chanac, westlich von La Canourgue erreicht er das Departement Aveyron. Das Flußtal ist das fruchtbarste und am dichtesten bevölkerte des Departement.

Drei größere Kalkhochflächen befinden sich im Südosten des Lozère: Le Causse de Sauveterre, le Causse de Méjean und le Causse du Larzac. Die ersten beiden werden von den Gorges du Tarn durchschnitten, letztere liegt südlich von Millau und reicht hinein bis in das Departement Hérault. Ein kleinerer Causse Noir reicht an die Cevennen heran. Die karge Landschaft des Causses ist menschbedingt: die vielen Schafe fressen jeden sprießenden Halm, der Mensch tut das übrige. Die Causses weisen eindrucksvolle Kontraste zwischen den tief eingeschnittenen Tälern, die wie grüne, frische Oasen wirken. und den wüstenähnlichen Karstflächen der Hochplateaus auf. Die Grands Causses haben je nach Höhe, Lage und geologischer Zusammensetzung ein jeweils anderes Gesicht. Die geologischen Schichten der Causses, die im Jura entstanden sind, bestimmen die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Landschaften, entweder sind sie aus Dolomit (Kalk und Magnesium) oder Mergel (Ton und Kalk), erstere sind widerstandsfähiger und sind dementsprechend nicht so stark der Erosion ausgesetzt.

Die Fahrt durch die Causses führt über öde Hochflächen, dann in sehr engen Kurven in die Schlucht hinab. Man überquert den Fluß und steigt am anderen Ufer auf die nächste Hochfläche hinauf. Ein nachhaltiger Eindruck, unvergeßlich ist das vom Weiß der Felsen eingefangene Licht, das an den Steilwänden ins Rötliche hinüberspielt. Seit 1995 ist das Gebiet der Grands Causses ein regionaler Naturpark.

Der im Norden vom Lot begrenzte Causse de Sauveterre ist der nördlichste und größte der Grands Causses. Sein recht hügeliger westlicher Teil ist mit ausgedehnten Waldflächen bedeckt. Daneben wird jede Möglichkeit genutzt, Ackerland zu kultivieren.

Der Causse Méjean ist der mittlere der Hochflächen, er wird durch die Tarn-Schlucht vom Causse de Sauveterre getrennt. Auf dem höchsten der Grands Causses herrscht ein ausgesprochen rauhes Klima mit strengen Wintern, heißen Sommern und großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Der nur sehr dünn besiedelte Causse Méjean besteht im Osten aus riesigen wüstenartigen Flächen, während im Westen wie auf dem Causse de Sauveterre Schluchten von etwa hundert Metern Tiefe die bewaldeten Plateaus voneinander trennen. Der Causse Méjean wird von großen Schafherden bevölkert. Der zuvor aus dieser Region verschwundene Gänsegeier ist dort mittlerweile wieder anzutreffen. Die äußerst sehenswerte Höhle Aven Armand befindet sich im Südlichen Teils des Causse Méjean.

Die Touristen kennen häufig die Gorges du Tarn, wissen aber zumeist nicht, daß diese Naturattraktion sich im Departement Lozère befindet. Der Tarn schlängelt sich tief eingegraben in den Causse de Sauveterre und Méjean von Florac bis Le Rozier. Dort mündet die Jonte, die zuvor nicht minder spektakulär durch die Gorges de la Jonte geflossen ist. Ohne Zweifel sind dies die schönsten Flußabschnitte, die das Lozère zu bieten hat. Der Tarn entspringt am Mont-Lozère, bis zur ersten Brücke über den Fluß, der alten Pont de Montvert, erreicht er schon eine beträchtliche Größe. Der Tarn ist ein Eldorado für Angler und Kajakfahrer.

Die am Südostrand des Zentralmassivs gelegenen, aus Schiefer und Granit bestehenden Cevennen sind keine Gebirgskette im eigentlichen Sinne des Wortes. Die Gipfel der Cevennen sind nicht besonders hoch. Zwischen dem Tanargue und dem Mont Aigoual reihen sich einige nur sehr leicht gewellte, recht eintönige Hochplateaus mit Torfmooren aneinander, dies sind der "Plat" des Mont Lozère, dessen Granitkuppe eine Höhe von 1 699 m erreicht, und der sog. "Pelouse" (Rasen) des 1 567 m hohen Mont Aigoual, der Mont Aigoual bei klarem Wetter einen herrlichen Rundblick bietet. Es besteht ein starker Gegensatz der Cevennen zwischen dem sehr steilen Abhang zum Mittelmeer hin und der sanfter abfallenden Seite zum Atlantik. Die Bergkämme sind mit mageren Schafweiden überzogen. Es gibt ein paar Weiler mit flachen Granithäusern, die dem Wind nur wenig Angriffsfläche bieten.

In geringeren Höhen findet man Steineichen, Heidekraut und Kastanienhaine. Zahlreiche Wasserläufe haben tiefe Schluchten mit schroffen Hängen geschaffen. Einige der forellenreichen Gebirgsbäche machen mit ihren mit Gras und einigen Apfelbäumen bedeckten Steilhängen einen beinahe alpinen Eindruck. Die niedrigen Täler sind alle nach Süden ausgerichtet und bilden den Übergang zwischen den Cevennen und dem Mittelmeerraum. Wegen der starken Sonneneinstrahlung findet man hier neben grünen Weiden Terrassenkulturen mit Wein, Oliven und Maulbeerbäumen. Der am häufigsten anzutreffende Baum der Cevennen ist jedoch die Kastanie, die sehr viele Hänge bedeckt.

Früher waren die Causses und die Cevennen mit Wäldern bedeckt, in denen wilde Tiere lebten. Im 18. Jahrhundert versetzte die "Bestie des Gévaudan" das Land drei Jahre lang in Furcht und Schrecken.

Die katastrophale Abholzung der meisten Buchenwälder erfolgte durch Glasmachern, die das Holz für die Herstellung von Holzkohle verwendeten. Danach folgte die Erosion, zunächst durch die ungeheure zerstörerische Kraft des Wassers, danach, eher schleichend, durch den Wind.

Die in großer Zahl vorhandenen ehemaligen Seidenraupenfarmen und Seidenspinnereien sind leicht an ihren schmalen Fenstern zu erkennen, die sich in der Regel über drei Stockwerke erstrecken.

An den von den Winter- zu den Sommerweiden führenden Herdenwege sowie auf dem Weideland der Gebirgskämme und Hochebenen hatten auch die Schafe durch das Abfressen der Blätter und jungen Triebe zur Vernichtung des Waldes beigetragen. Als Georges Fabre Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Wiederaufforstung des Gebirgsmassivs begann, waren nur noch einige kleine Teile des einst immensen Waldes erhalten.

In den meisten Fällen wird das zuvor in Baumschulen gezogene Pflanzgut in das aufzuforstende Gebiet verpflanzt, die Methode der breitwürfigen Aussaat der Samen wird heute kaum noch angewandt. Zedern werden ein Jahr lang gezogen, die anderen Baumarten drei bis vier Jahre. Heute sind die Flächen zwischen den mit Buchen bestandenen Tälern mit Kiefern, Tannen und Fichten be-deckt. Insgesamt haben Fabre und seine Nachfolger fast 14 000 ha aufgeforstet.

Doch ist die Aufgabe damit noch nicht beendet. Es müssen weitere, stark beschädigte Gelände wiederaufgeforstet und Pionierbaumarten (hauptsächlich Kiefern) durch andere, weniger feuerempfindliche, ergiebigere Arten ersetzt werden, die den Bedingungen des natürlichen Lebensraumes besser angepaßt sind.

Die Edelkastanie prägt das Landschaftsbild, auch wenn heute nicht mehr ökonomisch genutzt wird. Sie ist meistens in 600 m Höhe anzutreffen, manchmal auch an den Sonnenhängen in Höhen von bis zu 950 m. Sie verankert ihre mächtigen Wurzeln im Schiefer, Granit, Sandstein oder Sand, meidet aber Kalksteinböden. Ab Mai bekommt sie Blätter, im Juni beginnt die Blüte, und gegen Mitte September erscheinen die ersten Kastanien, von denen jeweils drei in der stacheligen Fruchthülle enthalten sind.

Leider ist die Existenz der Edelkastanie bedroht, da man den Schößlingen nicht die eigentlich notwendige Pflege zukommen läßt. Die Kastanien müßten ausgelichtet, beschnitten und veredelt werden, um die durch die Viehherden verursachten Schäden zu beheben. Dazu erschweren Krankheiten den Erhalt des Bestandes.

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Stand: 15.09.2009

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