Radtour Maubuisson - Narbonne

Das Team France Map Eine reizvolle Radtour in 7 Etappen über insgesamt 829 km durch hügeliges Gelände, Tagesetappen zwischen 90 und 145 km.

Etappenziele wurden nach Sehenswürdigkeiten und Angebot der örtlichen Gastronomie ausgewählt.

1. Tag          2. Tag          3. Tag          4. Tag          5. Tag         6. Tag          7. Tag

Streckenabschnitt

Meeres-
höhe

Entfernung
[km]

Tages-
strecke
[km]

Gesamt-
strecke
[km]

Maubuisson - Carcans
Carcans - Brach
Brach - le Moulin - Listrac-Médoc
Listrac-Médoc - Lamarque
Lamarque - Bac
Blaye - Roque de Thau
Roque de Thau - Plisseau - Caruel - BourgBourg - la Nation - Grotte de Pair non Pair
Grotte de Pair non Pair - St. Laurent d'Arce
St. Laurent d'Arce - Aubie
Aubie - Salignac
Salignac - Vérac
Vèrac - Villegouge
Villegouge - D246 - Fronsac
Fronsac - Libourne
Libourne - Berthonneau - St. Émilion
St. Émilion - St. Christophe
St. Christophe - St. Magne - CastillonCastillon - D15 - Flaujagues - D130 - Pessac
Pessac s. D. - Eynesse
Eynesse - Ste. Foy-la-Grande

(1. Tagesetappe)

20
32
40
10
0
20
31
30
23
25
35
50
60
20
20
90
80
20
23
25
30

9,0
10,0
12,0
6,5
3,0
8,0
8,5
5,0
3,5
4,5
3,0
4,5
5,0
7,5
3,5
7,5
3,0
9,5
13,0
11,0
7,5

9,0
19,0
31,0
37,5
40,5
48,5
57,0
62,0
65,5
70,0
73,0
77,5
82,5
90,0
93,5
101,0
104,0
113,5
126,5
137,5
145,0

9,0
19,0
31,0
37,5
40,5
48,5
57,0
62,0
65,5
70,0
73,0
77,5
82,5
90,0
93,5
101,0
104,0
113,5
126,5
137,5
145,0

Ste. Foy - D18/D14 - Moulin de Malfourat
Moulin de Malfourat - Monbazillac
Monbazillac - Bergerac
Bergerac - St. Germain-et-Mons
St. Germain - Varennes
Varennes - Lalinde
Lalinde - Badefols-s.-Dordogne
Badefols-s.-Dordogne - Trémolat
Trémolat - Limeuil
Limeuil - Le Bugue (D31)
le Bugue - les Eysies-de-Tayac
les Eysies-de-Tayac - Allas
Allas - Sarlat-la-Canéda

(2. Tagesetappe)

180
160
37
34
40
46
50
52
70
68
74
140
145

22,0
2,5
6,5
12,0
7,0
5,5
5,5
7,5
8,0
5,5
11,0
11,5
10,0

22,0
24,5
31,0
43,0
50,0
55,5
61,0
68,5
76,5
82,0
93,0
104,5
114,5

167,0
169,5
176,0
188,0
195,0
200,5
206,0
213,5
221,5
227,0
238,0
249,5
259,5

Sarlat-la-Canéda - Beynac
Beynac - la Roque-Gageac
la Roque-Gageac - Vitrac
Vitrac - Cingle-de-Montfort - Groléjac
Groléjac - Veyrignac - St. Julien-de-Lampon
St. Julien - Mareuil
Mareuil - Souillac
Souillac - Lacave
Lacave - Meyronne - St. Sozy
St. Sozy - Creysse - Gluges
Gluges - Floirac - Carennac

(3. Tagesetappe)

60
70
75
75
85
85
104
103
114
120
126

11,0
5,0
6,0
7,5
8,5
5,0
9,0
11,5
9,0
10,0
12,5

11,0
16,0
17,0
24,5
33,0
38,0
47,0
58,5
67,5
77,5
90,0

270,5
264,5
276,5
284,0
292,5
297,5
306,5
318,0
327,0
337,0
349,5

Carennac - Magnagues
Magnagues - Gouffre de Padirac
Gouffre de Padirac - Miers
Miers - Alvignac
Alvignac - Rocamadour
Rocamadour - D32 - Carlucet
Carlucet - Labastide-Murat
Labastide-Murat - St. Sauveur-la-Vallée
St. Sauveur-la-Vallée - St. Martin-de-Vers
St. Martin-de-Vers - Vers
Vers - Cahors
Cahors - Arcambal -Biars - Vers
Vers - St. Géry
St. Géry - Bouziès
Bouziès - St. Cirq-Lapopie

(4. Tagesetappe)

205
220
280
320
210
330
450
360
260
120
128
120
122
126
330

1,5
6,5
4,5
4,0
7,0
13,5
12,0
4,5
3,0
13,5
15,0
15,5
5,0
9,0
6,5

1,5
8,0
12,5
16,5
23,5
37,0
49,0
53,5
56,5
70,0
85,0
100,5
105,5
114,5
121,0

351,0
357,5
362,0
366,0
373,0
386,5
398,5
403,0
406,0
419,5
434,5
450,0
455,0
464,0
470,5

St. Cirq-Lapopie - Crégols
Crégols - Cénevières
Cénevières - Calvignac
Calvignac - Cajarc
Cajarc - D146 - Marin
Marin - D24 - Toulonjac
Toulonjac - Villefranche-de-Rouergues
Villefr.-de-R. - D47 - Floirac-et-Frayssé
Floirac-et-Frayssé - Monteils
Monteils - Najac
Najac - D594/D106B - Laguépie
Laguépie - le Fraisse - Sommard
Sommard - D30 - les Cabannes
les Cabannes - Cordes
Cordes - D7 - Virac
Virac - St. Jean-le Froid - Albi

(5. Tagesetappe)

130
140
145
152
360
390
254
250
420
360
290
370
290
274
330
175

4,0
5,0
4,5
9,0
15,0
6,9
5,0
9,5
2,5
8,5
12,5
5,5
9,0
2,0
7,0
17,0

4,0
9,0
13,5
22,5
37,5
44,4
49,4
58,9
61,4
69,9
82,4
87,9
96,9
98,9
105,9
122,9

474,5
479,5
484,0
493,0
508,0
514,9
519,9
529,4
531,9
540,4
552,9
558,4
567,4
569,4
576,4
593,4

Albi - N118/D71 - Réalmont
Réalmont - D4/D89 - Roquecourbe
Roquecourbe - Castres
Castres - D60 - Labruguière
Labruguière - Mazamet
Mazamet - D54 - Fournès
Fournès - D112 - Pradelles-Cabardès
Pradelles-Cabardès - Cabrespine
Cabrespine - Villeneuve-Minervois
Villeneuve-M. - Villalier
Villalier - Carcassonne

(6. Tagesetappe)

212
210
172
176
241
670
780
340
200
130
111

22,5
23,0
10,0
9,0
11,0
15,0
4,0
10,5
6,0
8,0
7,0

22,5
45,5
55,5
64,5
75,5
90,5
94,5
105,0
111,0
119,0
126,0

615,9
638,9
648,9
657,9
668,9
683,9
687,9
698,4
704,4
712,4
719,4

Carcassone - Trèbes
Trèbes - Marseillette
Marseillette - Puichéric
Puichéric - D127 - Roquecourbe-Minervois
Roquecourbe-M. - Castelnau-d'Aude
Castelnau-d'Aude -Escale - Séranne
Séranne - Roubia - Paraza - Ventenac-en-M.
Ventenac-en-Minervois - St. Marcel
St. Marcel - Moussan - Narbonne
Narbonne - Moujan
Moujan - Narbonne-Plage
Narbonne-Plage - L'hospitalet
Narbonne - Narbonne-Plage - Narbonne

(7. Tagesetappe)

94
84
53
50
61
33
28
20
11
30
0
148
11

12,0
9,0
8,0
2,5
3,5
7,5
10,5
6,0
12,8
6,0
16,0
6,0
10,0

12,0
21,0
29,0
31,5
35,0
42,5
53,0
59,0
71,8
77,8
93,8
99,8
109,8

731,4
740,4
748,4
750,9
754,4
761,9
772,4
778,4
791,2
797,2
813,2
819,2
829,2

Beschreibung der Tour

Die Radtour wurde vom 20. bis 26. Juni 1992 bei gemischter Witterung durchgeführt.

Teilnehmer:

Hubert Becker
Uschi Becker
Monika Blaimer
Kurt Hasselmayer

Allgemeine Hinweise

Jeder Teilnehmer ist für sein Gepäck selbst verantwortlich. Der Umfang des auf dem Rad mitzunehmenden Gepäck sollte sich nach dem Stauraum und des Tragevermögens jedes Teilnehmers bzw. Fahrrades richten. Grundsätzlich kann jeder mitnehmen, was er/sie für wichtig und richtig hält. Die technische Überprüfung des Radmaterials vor der Tour ist dringend angeraten. Der Umfang an Ersatzteilen und an Werkzeug sollte zwischen den Teilnehmern mit dem Ziel ausreichender Umfang und Vermeidung von Redundanzen abgesprochen werden.

Anreise

Die Anreise erfolgt mit Privat-Pkw nach Maubuisson. Die erste Übernachtung ist im Hotel du Lac in Maubuisson-Carcan.

 1. Tag         (Tabelle)           (Seitenanfang)

Höhenplan 1. Tag

Es heißt früh starten am Étang de Carcans, denn es steht eine lange Etappe von 145 Kilometern auf den Programm. Auf den ersten Streckenabschnitten befinden sich keine besonderen Höhepunkte. Das Gelände ist eben, die Straßen schnurgerade, der Straßenbelag ist französisch rauh. Die Landschaft wechselt zwischen Kiefernwäldern und Maisfeldern. Bei Listrac-Médoc durchqueren wir die ersten Weinberge des Haut-Médoc. Dann geht es vorbei an den berühmten Châteaux Maucaillou und Lamarque zur Fähre über die Gironde. Wir hatten uns mächtig beeilt, um die 10-Uhr-Überfahrt zu erreichen. Doch, oh Schreck, samstags verkehren die Fähren zu anderen Zeiten als wochentags. So haben wir über eine Stunde Zeit bis zur nächsten Übersetzmöglichkeit. Mit einem Espresso haben wir uns die Wartezeit verkürzt.

In Blaye, gleich neben der Anlegestelle, ist Wochenmarkt. Hier gibt es alles, was des Frankreich-Radlers Herz begehrt: Crevettes roses, Terrine de campagne, Fromage, Vin ....

Zunächst müssen aber noch einige Kilometer abgestrampelt werden. Die knapp 30 Kilometer bis Salignac lassen wir es krachen. Die Sonne lacht dazu. Nach einem ausgiebigen Pique-nique rollen wir dann weiter durch die Weinberge von Fronsac und Pomerol nach St-Émilion. Bald ragen die die hohen Mauerreste der Grandes Murailles vor uns auf. Ein Rundgang durch das Zentrum dieses mittelalterlichen Keinods und eine Erfrischung in einem der vielen Straßencafés sind eine willkommene Unterbrechung des kräftezehrenden Pedalierens.

Auf dem Anstieg hinaus aus St-Émilion in Richtung St-Christophe-des-Bardes muß der vor Kraft strotzende Kurt noch mit vollem Gepäck auf seinem Rad einen Rennradler auf seinem 10-Kilo-Vélo vor sich her jagen. Letzter gibt bald den ungleichen Wettkamp auf und folgt lieber im Windschatten. Mit einem herzlichen Merci trennt sich der unbekannte Tour-de-France-Aspirant an der nächsten Straßenkreuzung von Kurt. Nach weiteren nicht enden wollenden 40 Kilometern erreichen wir unser Etappenziel Ste-Foy-la-Grande.

2. Tag         (Tabelle)       (Seitenanfang)

Höhenplan 2. Tag

Die Etappe des zweiten Tages ist 114,5 km lang und führt von Ste-Foy-la-Grand über Bergerac nach Sarlat-la-Canéda. Insgesamt ist dies ein eher gemäßigtes Programm. Die Höhenmeter halten sich mit ca. 350 m in erträglichen Grenzen.

Zunächst bleiben wir nahe am Fluß, der Dordogne. Vor Bergerac biegen wir nach Süd-Osten in Richtung Moulin-de-Malfourat und Monbazillac ab. Reizvoll liegt das gleichnamige Renaissance-Schloß hoch über dem Tal der Dordogne. Soweit das Auge sehen kann, sind die Talhänge mit Reben bepflanzt. Hier gedeiht neben trockenen Gewächsen ein süßer, goldener Wein, der längst vor seinem großen Konkurrenten aus dem Sauterne, an allen Fürstenhöfen in Europa geschätzt war.

In rascher Fahrt geht hinunter nach Bergerac, dem Zentrum des Tabaks in Südwestfrankreich. Wir durchqueren Bergerac ohne Aufenthalt und fahren weiter am linken Flußufer stromaufwärts. Ab Lalinde wird das Tal der Dordogne enger. Die sie umgebenden Höhenzüge werden höher und steiler. Wir wechseln in der Flußschleife (Cingle de Trémolat) hinüber auf die rechte Dordogneseite. Jetzt geht es hinauf zu einem herrlichen Ausblickspunkt über das Dordognetal und den Zusammenfluß mit der Vézère. Zufällig liegt an dieser Stelle auch ein Gasthaus, wo wir uns erfrischen können. Über Limeuil und Le Bugue erreichen wir Les Eyzies-de-Tayac, «la capitale de la préhistorique». In Les Eyzies findet der sich mit der Urgeschichte befaßte Zeitgenosse viele fesselnde Fundstätten. Beeindruckend ist auch die romanische Wehrkirche in Tayac aus dem 11. Jahrhundert, wohin der Weg nach dem Bahnübergang nach links abbiegt. Direkt am Bahnübergang liegt das bemerkenswerte Hotel «Cro Magnon», ein Haus, das an die steilen, überhängenden Felswände gebaut ist und in dem man eine exquisite Küche mit ausgezeichnetem Service der alten Schule genießen kann.

Der letzte Teil der Tagesetappe steigt über ca. 20 km kontinuierlich. Die auf diese Weise gewonnenen Höhenmeter können wir zu einer rasanten Fahrt hinunter nach Sarlat-la-Canéda nutzen. Im Hotel de Compostelle finden wir Unterkunft. In Sarlat scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die mittelalterlichen Häuser und engen Gassen dienten bereits als prächtige Kulisse für so manchen Film.

3. Tag        (Tabelle)        (Seitenanfang)

Höhenplan 3. Tag

La Roque-GageacAm heutigen dritten Tag steht mit 90 Kilometern die kürzeste Tagesetappe auf dem Programm. Deshalb bleibt etwas Zeit für einen Bummel durch die Gassen von Sarlat. Dann verlassen wir die Stadt, der Straße nach Beynac-et-Cazenac folgend, in südwestlicher Richtung. Hoch oben über dem sanften Tal der Dordogne thront das Schloß von Beynac. Im Mittelalter war Beynac zusammen mit Biron, Bourdeilles und Mareuil eine der vier Baronien des Perigord. Zeitweise war es von den Truppen von Richard Löwenherz (12. Jahrhundert) besetzt. Im Hundertjährigen Krieg wurde es abwechselnd von beiden Seiten beherrscht.

Auf den nächsten Kilometern folgt ein High-light nach dem anderen; hier heißt es: Augen auf und durch. Château de Marqueyssac, Château de Castelnaud, La Roque-Gageac, Domme und Château Montfort sind die baulichen Höhepunkte in dieser einmaligen Landschaft.

CarennacIn der Gegend um Souillac wird das Tal breiter, hier queren die vielbefahrene N20 und eine wichtige Eisenbahnstrecke die Dordogne. In Souillac ist der Besuch der Abtei-Kirche Saint-Pierre aus dem 12. Jahrhundert ein absolutes Muß.

Die Weiterfahrt führt am Château La Treyne (Hotel der Spitzenklasse) und an der Grotte de Lacave vorüber, jener phantastischen Tropfsteinhöhle mit unterirdischem See und zauberhaften Lichtwirkungen. Bei St Sozy müssen wir für kurze Zeit wieder auf das rechte Dordogneufer wechseln. Ab Gluges geht es auf einer kleinen Straße entlang des linken Ufers nach Carennac mit einer Abtei aus dem 10. Jahrhundert. Im  Hôtel Restaurant Le Fénelon beenden wir mit einem ausgezeichneten Dîner diesen herrlichen Tag.

4. Tag               (Tabelle)            (Seitenanfang)

Höhenplan 4. Tag

Wir verlassen jetzt das Tal der Dordogne. Direkt von Carennac geht es hinauf in die Causse de Gramat, einem Hochplatteau zwischen Dordogne und Lot. Unser nächstes Ziel ist die Gouffre de Padirac, ein großes Loch mit ca. 30 m Durchmesser und ca. 75 m Tiefe, daran anschließend erstreckt sich eine Höhle mit ca. 13 km Länge, von denen ca. 5,5 km erforscht sind. Besichtigen kann man ca. 1300 Meter zu Fuß und mit dem Schiff. Die Besichtigung endet im Grand Dôme, einer Tropfsteinhöhle mit einer Höhe von ca. 90 m. Für die Besichtigung muß man etwas Zeit mitnehmen, vor allem in den Sommermonaten. Die Besichtigungszeit von ca. 1,5 Stunden kann sich mit der inkaufzunehmenden Wartezeit verdoppeln.

Von Padirac geht es über Alvignac weiter nach Rocamadour, einer Etappenstation der mittelalterlichen Pilgerzüge nach Santiago de Compostela. Der Ort, selber einer Pilgerstätte geworden, wurde an einen Steilen Felsen gebaut, der vom Talboden des Flüßchens Alzou ca. 150 m in die Höhe ragt. Wir fahren hinunter in den Ort, schieben unsere Fahrräder durch die Hauptstraße, in der sich Andenkenläden und Restaurants aneinander reihen. Jenseits des Flüßchens geht es wieder hinauf auf die Causse de Gramat, wo wir in Labastide-Murat den höchsten Punkt erreichen. Jetzt geht es der Vers folgend bergab in das Tal de Lot.  Wir fahren durch den mittelalterlichen Ort Saint-Martin de Vers und erreichen in Vers den Lot.

Einen ca. 30 Kilometer langen Abstecher nach Cahors sollte man auf alle Fälle unternehmen. Cahors liegt in einer Flußschleife des Lot, von drei Seiten von Wasser umgeben. Ein unbedingtes Besichtungsmuß ist die mittelalterliche Brücke «Pont Valentré» über den Lot. Jetzt geht es auf der anderen Seite des Lot wieder zurück nach Vers. Wir folgen sodann weiter dem Fluß stromaufwärts bis Bouziès. Links ab über die schmale Hängebrücke strampeln wir hinauf nach Saint Cirq-Lapopie, einem reizvollen Ort auf einem Felsen hoch oben über dem Lot. Im Hôtel-Restaurant La Pélissaria erwartet man uns schon, wir hatten uns wegen einiger Regenpausen an diesem Tag verspätet (weiterer Artikel über Saint Cirq-Lapopie in Französisch).

5. Tag             (Tabelle)                (Seitenanfang)

Höhenplan 5. Tag

Am fünften Tag dieser Radtour fahren wir auf dieser 123 km langen Etappe vom Tal des Lot nach Albi am Tarn. Im Verlauf des Tages überqueren wir das Tal der Aveyron. Es geht also auf und ab, dabei sind ca. 600 Höhenmeter zu absolvieren.

pique niqueDie ersten Kilometer bis Cajarc sind schnell absolviert. Dann geht es hinauf in die Causse de Limogne, nach 26 km sind wir in Villefranche-de-Rouergue im Tal des Aveyron. Wuchtig und wehrhaft blickt die Kathedrale Norte-Dame de Villefranche über den Hauptplatz der Stadt, einer «Bastide» aus dem Hundertjährigen Krieg. In den schachbrettartig angelegten Promenaden und Gassen tobt das Leben. Wir kaufen noch ein paar Artikel für unser mittägliches Pique-nique ein und verlassen die Stadt nach Süden, flußabwärts dem Aveyron folgend. Nach ein paar Kilometern haben wir ein passendess Plätzchen gefunden und genießen die Produkte des Landes.

Nach dieser Ruhepause fahren wir an Najac vorbei, die Straße folgt nicht mehr dem Flußlauf, sondern führt hinauf auf die Höhen über den Gorges de l'Aveyron. Erst in Laguépie befinden wir uns wieder im Tal, um es sofort wieder zu verlassen. Bald haben Cordes erreicht, einen Ort, der rund um einen Berg gebaut wurde. Keine Zeit für eine Besichtigung, das schlechte Wetter droht und jagt uns weiter nach Albi, wo es uns ca. 10 Kilometer vor der Stadt einholt. Durchnäßt treffen wir in unserem kleinen Hotel in der Innenstadt ein. Keine Besichtigungen mehr, es ist schon spät, und es regnet wie die Seuche. Die Sehenswürdigkeiten von Albi: die gotische Kathedrale Sainte Cécile, den Bischofspalast «Palais de la Berbie», das Kloster «Saint Salvy» und das Museum «Toulouse-Lautrec» werden wir ein anderes Mal anschauen müssen. Einen flüchtigen, von Regentropfen verschleierten Blick haben wir bereits auf die alte Brücke und die Kathedrale werfen können. Das Abendessen im Bâteau Ivre versöhnt uns wieder, und wir gehen müde, aber zufrieden ins Bett.

6. Tag             (Tabelle)                (Seitenanfang)

Höhenplan 6. Tag

Am sechsten Tag dieser Radtour werden wir über die Montagne Noir fahren, jenem Gebirgszug nördlich von Carcassone, auf dem die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer verläuft. Ein erster Blick aus dem Hotelfenster ist nicht besonders ermutigend: Es regnet immer noch. Mit einigem Widerwillen steigen wir in Regenbekleidung auf unsere Fahrräder. Es regnet zum Glück nur noch leicht. In Réalmont hört dann der Regen auf. Über Roquecourbe fahren wir weiter nach Castres. Das letzte Flache Teilstück bis Mazamet ist bald geschafft.

Jetzt beginnt der Aufstieg über die Montagne Noire. Es nieselt wieder. Zunächst führt das kleine Sträßchen ein paar Kilometer an einer Gerberei vorbei, die Gerüche wechseln zwischen unangenehm und bestialisch. Weiter geht es durch die Gorges de l'Arnette hinauf nach Pradelles-Cabardès, knapp unterhalb des Pic de Noir (1210 m ü. NN). Von nun an radeln wir für den Rest des Tages nur noch bergab, zunächst sehr steil, so daß die Bremsen heiß zu laufen drohen. Durch das Tal des Orbiel fahren wir in flotter Fahrt. Die Sonne scheint, das mediterrane Klima macht sich bemerkbar.

Bald ist Carcassone erreicht. Wir steigen vor dem Hotel Montségur von unseren Rädern. Schnell sind die Sattel- und Lenkertaschen gelöst, die Fahrräder in der Garage untergebracht. Nach einer erfrischenden Dusche machen wir uns auf dem Weg zu einem Bummel durch Carcassone. Zum Abendessen geht es in Restaurant Languedoc, sehr empfehlenswert!

7. Tag             (Tabelle)                (Seitenanfang)

Höhenplan 7. Tag

Am siebten und letzten Tag geht es von Carcassone nach Narbonne. Zunächst steht jedoch eine Besichtigung der Cité auf dem Programm. Die Cité de Carcassone, besterhaltene Stadtburg des Abendlandes, Plakat- und Postkartenschönheit, thront über dem rechten Ufer der Aude. Durch die Bastion mit 45 Türmen und doppelter Wehrmauer schieben wir uns und unsere Räder mit all den anderen Touristen.

Doch dann nehmen wir ein höheres Tempo auf. Zuerst durch das Gefälle auf dem Weg herunter von der Cité, dann mit kräftigem Rückenwind, der uns den ganzen Tag erhalten bleiben soll. Bei Trèbes überqueren wir ein erstes Mal den Canal de Midi, bei Puichéric ein zweites Mal, beim dritten Mal in Argens-Minervois lassen wir uns uns an seinem Ufer nieder zu einem Pique-nique.

Weiter geht es am Canal de Midi entlang bis Ventenac-en-Minervois, wo der Kanal in Richtung Nord-Osten weiterführt, wir fahren aber weiter nach Süd-Osten in Richtung Narbonne, da wir bald erreichen. Im Hotel verstauen wir unser Reisegepäck, und machen uns dann auf in Richtung Mittelmeer, nach Narbonne-Plage. Über La Clape und mit Gegenwind fahren wir anschließend zurück nach Narbonne.

Unsere Radtour vom Atlantik zum Mittelmeer ist beendet. Jetzt müssen wir nur wieder zurückkommen. Während dieser Woche, in der wir die Tour unternommen hatten, tobte ein Fernfahrer- und Bauernstreik in Frankreich, der auch jetzt noch nicht zu Ende ist. Die Straßenverbindungen auf den großen Durchgangsrouten sind weitgend blockiert. Die Züge fahren auch nicht immer zuverlässig, oft liegen Holzbalken, Eisenstange und ähnliche Hindernisse auf den Schienen. Zuversichtlich geben wir im Bahnhof von Narbonne unsere Fahrräder auf. Nach einem kurzen Bummel durch die Innenstadt, vorbei an der sehenswerten Kathedrale landen wir in einer kleinen Pizzeria.

Am nächsten Tag können wir aufatmen, unser Zug nach Bordeaux verkehrt einigermaßen pünktlich. Am Abend erreichen wir mit dem Fahrrad wieder Maubuisson.

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Stand: 03. Dezember 2011

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