Ein paar kleinere Pässe stehen auf dem heutigen Programm, Giftzwerge!
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Meeres- |
Entfernung |
Tagesstrecke |
Gesamtstrecke |
| St. Jean-de-Luz - Ascain Ascain - Col de St. Ignace (FR-64-0169) Col de St. Ignace - Sare Sare - Cherchebruit Cherchebruit - Dantxarinea Dantxarinea - Puerto de Otxondo (ES-NA-0574) Puerto de Otxondo - carrefour N121/NA2600 carrefour N121/NA2600 - Erratzu Erratzu - Col d'Ispéguy (FR-64-0672) Col d'Ispéguy - St. Ètienne-de-Baïgorry St. Ètienne-de-Baïgorry - Guermiette Guermiette - St. Jean-de-Pied-de-Port St. Jean-de-Pied-de-Port - St. Jean-le-Vieux St. Jean-le-Vieux - Bastida Bastida- carrefour D417/D117 carrefour D417/D117 - Alçay Alçay - Tardets-Sorholus |
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Die Sonne meint es weiter gut mit uns, strahlend blauer Himmel, »mer
peu agitée«! So der Wetterbericht und die Realität als wir
aufstehen. Das übliche Foto des Team zu Beginn des Abenteuers ist schnell
geschossen.
Das Abenteuer hatte jedoch ein Vor-Abenteuer, und das wird uns die gesamte Tour begleiten. Das Vor-Abenteuer war der Transfer von Limoux bis St. Jean-de-Luz. Warum das hier von Bedeutung ist? Es sei diesbezüglich auf den Abschnitt 'Anreise und Transfer' verwiesen.
Berühmte Pässe, z. B. durch die Tour de France bekannt, stehen heute nicht auf dem Programm. Der höchste Punkt, den wir erreichen, gerade einmal 1080 m ü. NN, hat nicht einmal einen Namen. Dennoch erwarten uns auf den 115 Kilometern ca. 2200 Höhenmeter. Ungefähr 30 km werden wir durch Spanien fahren, der einzige Abstecher ins Nachbarland.
Der Col
de St. Ignace mit seinen 169 m ü. NN ist ideal zum Aufwärmen.
Oben auf dem Paß drängen sich die Leute, um mit der steilen
Zahnradbahn auf den Berg La Rhune zu gelangen. Von diesem 900 m hohen
Gipfel bietet sich ein herrlicher Rundblick. Nach einer schnellen Abfahrt
hinunter in das Örtchen Sare gelangen wir durch das Tal der
Nivelle zur spanischen Grenze. Der Grenzort Dantxarinea ist
ein riesiger Supermarkt. Die Geschäfte laufen als Folge der
europäischen Integration und der hierdurch erzielten Angleichung der
nationalen Märkte nicht mehr so gut wie zu früheren Zeiten.
Jetzt
steigt es konstant an in Richtung Puerto de Otxondo, ohne jedoch richtig
steil zu werden. Der 602 m hohe Otxondo liegt kurz unterhalb der
Wolkengrenze. Beim Start in St. Jean-de-Luz hätten wir uns das
angesichts des sonnigen Wetters nicht träumen lassen. Zum ersten Mal
auf dieser Radtour machen wir Bekanntschaft mit diesen feucht-kalten
Nebelnässen.
Die
Abfahrt sorgt für die erste Panne, ein Stein auf der Straße verursacht
einen 'Snake-Bite'. Unachtsamkeit als Grund für einen Defekt muß
wie jede andere Panne bestraft werden: Der/die Betroffene muß eine
Flasche Sekt ausgeben. Eine Reifenpanne ist jedoch auch ein willkommener
Anlaß für ein kleines Schläfchen, wie das Photo zeigt. Unten
in Erratzu, es ist bereits Mittag vorbei, meldet sich der Hunger.
Zwei Etablissements liegen nebeneinander, das eine gibt vor eine Bodega zu
sein, das andere zeigt die Aufschrift 'Bar'. Der 'Franzose' schickt die
'Spanier', das sind die, die fast jedes Jahr in Mallorca einen Radurlaub
machen, vor, zu erkunden, ob es in dem einen oder dem anderen Lokal etwas
zu essen gibt (zugegeben, dieser Satz trägt erste Züge à
la Thomas Mann). In der Bar gab es jedenfalls im Speisesaal ein hervorragendes
Mittagessen, Kantinenabfertigung zwar, aber ausgezeichnete Qualität
des am Grill gegarten Steaks!
Gut
gestärkt gehen wir den nächsten Giftzwerg an, 672 m ist seine
Höhe. So giftig wie angekündigt ist der Col d'Ispéguy
nicht. Das einzige, was beim Anstieg nervt, ist der englische Bus, der partout
diese für Busse ungeeignete Straße benutzen will. Augenscheinlich
ist diese schmale Straße für englische Busfahrer kein Problem,
da sie sich nicht für 'links' oder 'rechts' entscheiden müssen,
sie nehmen einfach die gesamte Fahrbahn. Oben auf dem Col
d'Ispéguy verläuft die Grenze zwischen Spanien und Frankreich,
man kann auf dem Photo noch die Verkehrsinsel erkennen, auf der einmal der
Schlagbaum stand. Hier oben sind wir jetzt voll im Nebel. Fast
wintermäßig eingekleidet gehen wir die Abfahrt an. In St.
Étienne-de-Baïgorry halten wir an einer sehr schönen
romanischen Kirche. Nicht alle Teilnehmer können sich an der gelungene
architektonischen Erscheinung dieses Gebäudes erbauen. Ein nahe gelegenes
Hotel erweckt mehr Interesse. Kleine Frage an die Reiseleitung: 'Können
wir hier jetzt für heute Schluß machen?' Der Reiseplan ist seit
Monaten bekannt und gebilligt worden, bis dato ist er unwidersprochen. Jetzt
kommen erste Abänderungswünsche. Wir fahren weiter!
Nicht
mehr lange! Der Klügere gibt angesichts der Unlust und des fehlenden
körperlichen Trainings einer Reiseteilnehmerin nach. Wir beenden die
Etappe vorzeitig in
St.
Jean-Pied-de-Port. Die gewonnene Zeit wird genutzt, um große
Wäsche zu machen. Während die Wäsche im Münzwaschsalon
in einen sauberen und frischen Zustand geschaukelt wird, genehmigen wir uns
ein Bierchen in der örtlichen Bar.
Die roten Sandsteinhäuser, die allesamt aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen, stehen dicht gedrängt am Fuße einer Anhöhe, auf der sich die alte Zitadelle erhebt. Diese und die nach dem Pyrenäenfrieden entstandenen Befestigungsanlagen am linken Ufer, die die Straße nach Spanien beschützten, gehören zum Verteidigungssystem von Vauban. Die alten Stadtmauern um den Ortskern sind noch gut erhalten und begehbar, die Zitadelle selbst kann nicht besichtigt werden.
Der Namenszusatz Pied-de-Port bedeutet "am Fuße des Passes" und erinnert daran, daß der Ort einst die letzte Etappe der nach Santiago de Compostela ziehenden Pilger vor der Überquerung des Passes von Roncesvalles (oder Ibañeta) war. Schon im 12. Jh. ruhten sich die Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela hier aus.
Die Einwohner nennen ihre Stadt gerne auf Baskisch Donibane Garazi. Die Einwohner leben von den Souvenirläden, Hotels und Restaurants längst besser als vormals von der Landwirtschaft.
Das Abendessen im Hotel Itzalpea haben wir in guter Erinnerung.
Am
nächsten Morgen zeigt sich der Himmel grau in grau. Die Wolken hängen
auf etwa 700 bis 800 m. Die Temperatur haut einen auch nicht vom Hocker.
Wir starten in Richtung St. Jean-le-Vieux. Dort kaufen wir einen
Fahrradladen fast leer: ein Paar Radhandschuhe, einen Sattel, einen Schlauch.
Auf der D18 geht es dann weiter bis Mendive. Zwischendurch haben wir
wieder einmal eine lautstarke Auseinandersetzung mit einem baskischen Hund.
Der Besitzer des Hundes schreitet nicht ein, er grinst uns hämisch an.
Beim ersten Mal fahren wir am Abzweig auf die D417 vorbei. In Bassaburua merken wir, daß wir auf dem falschen Weg sind. Zurück nach Mendive! Ahusquy steht auf dem Wegweiser, kein Hinweis auf die D417. Die schmale Straße steigt bis zu einer Passage zwischen zwei Häusern moderat an, dann geht es mit ca. 20-25 % weiter. Nach ca. 100 Metern ist das steilste Stück geschafft, die Steigung beträgt auf den nächsten zwei Kilometern "nur noch" 10-15 %. Auf der rechten Seite unter uns liegt das Tal des Laurhibar und die D18, die wir zuvor irrtümlich gefahren sind. Wir gönnen uns eine kleine Verschnaufpause.
Die Straße zieht sich weiter hinauf bis zur Einmündung in die D117. Zehn Meter vor uns steigt ein mächtiger Geier aus dem Farn auf, um sich nach ein paar Kreise in der Luft einige hundert Meter weiter ins Farn zu setzen. Langsam erreichen wir die Wolkenuntergrenze, der Nieselregen wird stärker. In voller Regenbekleidung radeln wir nun weiter, die Sicht beträgt zwischen 10 und 20 Meter. Bei der Einmündung der D417 in die D117 haben wir endgültig den höchsten Punkt erreicht, nicht einmal einen Namen hat dieser Paß!
Nun geht's bergab. Nach ca. zwei Kilometern, in der Nähe der Fontaine d'Ahusquy, liegt auf der linken Seite ein Hotel. Früher wurden hier Trinkkuren gegen Blasen- und Nierenleiden durchgeführt. Nach weiteren zwei Kilometern erreichen wir den Weiler Potcho. Nun müssen wir noch einmal ein kurzes Stück hinauf zum Col de Lecharria (832 m) (auch Col d'Arangaïtz genannt) klettern, bevor es über Alçay nach Tardets-Sorholus hinunter geht. Der Ort wurde 1280 unter dem Namen Villeneuve-de-Tardets als Bastide gegründet. Am Grundriß ist das noch heute zu erkennen, der quadratische Platz wird von auf Arkadenbögen gebauten Häusern umgeben.
Leider sind wir zu spät für die in Frankreich üblichen Essenszeiten. Wir kaufen für ein Picknick ein. Am Ortsausgang von Tardets-Sorholus finden wir dann einen hübschen Picknickplatz.
| Weiter geht es mit der 2. Etappe. |
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| Stand: 27. Oktoberi 2011 |
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Copyright©: Hubert Becker, 2002
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