Zwei berühmte Pässe stehen auf dem heutigen Programm.
| Streckenabschnitt |
Meeres- |
Entfernung |
Tagesstrecke |
Gesamtstrecke |
| Tardets-Sorholus - Lanne-en-Barétous Lanne-en-Barétous - carrefour D918/D919 carrefour D918/D919 - Arette Arette - Issor Issor - Asasp-Arros Asasp-Arros - Lurbe-St. Christau Lurbe-St. Christau - Escot Escot - Col de Marie-Blanque Col de Marie-Blanque - Bielle Bielle - Laruns Laruns - Col d'Aubisque Col d'Aubisque - la Corniche la Corniche - Col du Soulor Col du Soulor - Arrens-Marsous Arrens-Marsous - Aucun Aucun - Argelès-Gazost |
210 |
10,0 |
10,0 |
124,4 |
| Anmerkung: | Zwischen den Kilometerangaben in Tabelle und Diagramm besteht eine Differenz von einem Kilometer, die darauf beruht, daß in der Tabelle Planzahlen und im Diagramm gemessene Kilometer angegeben sind. Dieser Mehrkilometer ist durch zusätzliche Wege von/zu Hotels, Restaurants, Parkplätzen u. ä. entstanden. Die gemessenen Werte wurden mit dem CICLOMaster CM 414 ALTI M der Fa. CicloSport® erhoben. |
Nach dem Picknick in Tardets war der weitere Weg bis Lurbe-St.
Christau nicht mehr besonders anstrengend. Bemerkt haben wir das 'gestiegene'
Straßenverkehrsvolumen, aber nur, weil es zuvor gleich Null war.
Aufgefallen ist uns nebenbei ein Reisebus mit bayerischem Kennzeichen, ein
Unternehmen aus der Nähe von Rosenheim, das begleitete Radreisen für
Rennradfahrer veranstaltet. Diesen werden wir später begegnen.
In Lurbe-St. Christau, einem Thermalbad, das schon bessere Zeiten erlebt hat, stellen wir fest, daß nicht alle Hotels, denen wir erst wenige Tage zuvor im Internet begegnet sind, auch noch existieren. Im »Au Bon Coin«, in dem wir landen, verkauft man uns die teuersten Zimmer, weil 'alle anderen schon belegt seien'. Angesichts der Leere im Speisesaal kommen bei uns diesbezüglich berechtigte Zweifel auf. Das Abendessen war aber dennoch exzellent, der Preis war angemessen.
Für alle, die diesen Bericht über eine 8-tägige Pyrenäen-Radtour nicht von Anfang lesen, der Hinweis: Die ursprüngliche Etappeneinteilung, die weiterhin als optimal angesehen wird, konnte aus verschiedenen Gründen nicht eingehalten werden.
Am
nächsten Morgen ist die flache Strecke bis Escot rasch absolviert.
Nun kommen wir zu den ersten ernsthaften Prüfungen. Der Col de Marie
Blanque, unsere erste Herausforderung weist durchschnittliche Steigungen
von bis zu 12,5 % auf. Als wir uns in Escot für den Anstieg
vorbereiten, sind wir nicht allein. Eine kleinere Gruppe französischer
Rennradfahrer umgibt uns. Wir sind naturgemäß mit unserem Gepäck
langsamer als gleich starke Radfahrer ohne Ballast. Nach ca. einem Kilometer
überholt uns ein weiterer Pulk von Rennradfahrern. An den Fabrikaten
ihrer Rennmaschinen können wir erkennen, das sind keinen Franzosen,
sie kommen vielmehr aus Deutschland. Es sind die Leute aus dem zuvor
erwähnten Reisebus. Gruppe um Gruppe zieht an uns vorbei. Etwas langsamer,
aber auch unabhängiger, werden wir das gleiche Etappenziel erreichen.
Nach knapp zehn Kilometern ist die erste Prüfung geschafft. Hübsch steil ist dieser Paß, der mit 1035 m ü. NN nicht besonders hoch ist. Auf dem Col de Marie-Blanque befinden wir uns wieder im Nebel, glücklicherweise ist er diesmal nicht so naß wie am Vortage. Trockene Trikots und die Gore-Tex-Jacke werden übergestreift, dann geht's hinab in Richtung Bielle. Nach einem kurzen steileren Abschnitt wird es flach, kurzzeitig steigt die Straße wieder an. Schneller wird es auf dem folgenden steileren Stück mit einigen Kehren, mit dem gewonnenen Schwung radeln wir vorbei an grasende Kuh- und Schafherden über das Plateau de Bénou. In rasanter Fahrt erreichen wir Bielle im Tal de Gave d'Ossau. Das Ossau-Tal ist für seine schönen Wanderwege genauso bekannt, wie für den Schafskäse (fromage de brébis) mit einer Bärentatze als Emblem.
Auf
halbem Weg zwischen Bielle und Laruns lebt oberhalb des kleinen
Ortes Aste-Béon an einer Steilwand eine Kolonie von
Gänsegeiern. Eine Kamera überträgt die Bilder der Raubvögel
live auf eine Leinwand in das Museum
Falais
aux Vautours. Auf der D240, die durch Aste-Béon
führt, fährt es sich ruhiger als auf der Hauptstraße im Tal,
der D934, die über den Col du Poutalet (1794 m) nach Spanien
führt. In Laruns kehren wir erst einmal zum Mittagessen ein,
bevor wir dann die zweite Prüfung des Tages, den Col d'Aubisque,
angehen.
Am Ortsausgang von Laruns biegen wir in die D918 ein, von nun an steigt die Straße kontinuierlich. Bis Eaux-Bonnes fährt es sich noch gemütlich. Das Thermalbad Eaux-Bonnes zeugt von dem im Zweiten Kaiserreich herrschenden, feinen Gespür für Natur und Bequemlichkeit. Zentrum des lokalen Geschehens ist der Vorplatz des Jardin Darralde mit seinen Hotels.
Jetzt wird die Straße schmaler und steiler. Bald sind wir wieder im Nebel. Vom Nebel durchnässt erreichen wir nach einigen Kehren Gourette. Bevor wir im Ortszentrum ankommen, fahren wir erst an riesigen Parkplätzen vorbei. Das Wintersportzentrum Gourette verdankt seine Existenz Henri Sallenave aus Pau, der hier 1903 die ersten Ski-Abfahrtspisten der Pyrenäen anlegte. Zwei Kilometer hinter Gourette (in der Kurve der "Crêtes Blanches") hätte man normalerweise einen schönen Rundblick zu den Bergen der westlichen Pyrenäen. Der Col d'Aubisque ist im allgemeinen von November bis Juni eingeschneit. Am 1709 m hohen Col d'Aubisque ist der Nebel so dicht, daß wir nur durch Zufall bemerken, daß sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Bergrestaurant befindet. Ein Gewitter treibt uns ins Haus, wo wir uns bei einer Tasse heißem Kaffee aufwärmen.
In voller
Regenbekleidung (Jacke, Hose, Kapuze, Überschuhe) verlassen wir das
Bergrestaurant. Der Gewitterregen ist starken Nebelnässen gewichen.
Die Sicht ist nicht besonders gut. Erst am Cirque de Litor sehen wir
wieder mehr als die nächsten 20 m Straße. Wir sehen die kurvenreiche
D918 an einem Steilhang einige hundert Meter über dem Talkessel des
Litor verlaufen. Auf der anderen Seite reicht der Blick, zwar von
Wolkenfetzen getrübt, über das Ferrières-Tal in die
Ebene des Béarn. Dies ist einer der beeindruckendsten Abschnitte
dieser Strecke und zugleich eine der gewagtesten Straßenbauten des
frühen 20. Jahrhunderts.
Nach einem in den Felsen geschlagenen Tunnel steigt die Straße zum 1474 m hohen Col du Soulor an. Dann beginnt die Abfahrt hinunter nach Argelès-Gazost. Im Hôtel des Pyrénées finden wir eine angenehme Bleibe für die Nacht.
Der kleine Thermalkurort Argelès-Gazost ist für sein mildes Klima bekannt. Das Becken von Argelès gehört zu jenen, die durch ein besonders ausgeglichenes Klima begünstigt sind. Die Oberstadt (Ville haute), der älteste Teil von Argelès, liegt leicht erhöht über dem Tal des Gave de Pau und dem Thermalort.
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| Stand: 3. Juni 2005 |
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