Pyrenäen-Radtour - 6. Etappe

Alles anders!


Streckenverlauf (geplant)
Streckenabschnitt

Meeres-
höhe

Entfernung
[km]

Tagesstrecke
[km]

Gesamtstrecke
[km]

Foix - D8 - Prayols
Prayols - Pont du Diable
Pont du Diable - Mercus
Mercus - Bompas
Bompas - Tarascon-sur-Ariège
Tarascon-sur-Ariège - Bompas
Bompas - Arnave
Arnave - Cazenave
Cazenave - Pas de Souloumbrie
Pas de Souloumbrie - carrefour D20/D120
carrefour D20/D120 - Axiat
Axiat - Bestiac
Bestiac - Caussou
Caussou - Col de Marmare
Col de Marmare - Col de Chioula
Col de Chioula - Sorgeat
Sorgeat - Ax-les-Thermes

380
426
410
499
460
474
460
570
838
911
920
920
800
855
1361
1431
1005

4,0
2,5
3,0
2,0
3,0
3,0
3,2
3,6
2,7
1,5
7,5
3,5
1,5
11,5
2,0
4,7
5,1

4,0
6,5
9,5
11,5
14,5
17,5
20,7
24,3
27,0
28,5
36,0
39,5
41,0
52,5
54,5
59,2
64,3

491,8
494,3
497,3
499,3
502,3
505,3
508,5
512,1
514,8
516,3
523,8
527,3
528,8
540,3
542,3
547,0
552,1

6. Etappe
vorgesehenes Höhenprofil

vorgesehenes Höhenprofil

Kartenausschnitt


Streckenverlauf (tatsächlich)
Streckenabschnitt

Meeres-
höhe

Entfernung
[km]

Tagesstrecke
[km]

Gesamtstrecke
[km]

Tarascon-sur-Ariège - Bompas
Bompas - Arnave
Arnave - Cazenave
Cazenave - Pas de Souloumbrie
Pasl de Souloumbrie - carrefour D20/D120
carrefour D20/D120 - Axiat
Axiat - Bestiac
Bestiac - Caussou
Caussou - Col de Marmare
Col de Marmare - Col de Chioula
Col de Chioula - Sorgeat
Sorgeat - Ascou
Ascou - Port de Pailhères
Port de Pailhères - Mijanès

474
460
570
838
911
920
920
800
855
1361
1431
1035
1005
2001

3,0
3,2
3,6
2,7
1,5
7,5
3,5
1,5
11,5
2,0
4,7
2,0
14,5
10,6

3,0
6,2
9,8
12,5
14,0
21,5
25,0
26,5
38,0
40,0
44,7
46,7
61,2
71,8

486,1
489,3
492,9
495,6
497,1
504,6
508,1
509,6
521,1
523,1
527,8
529,8
544,3
554,9

gefahrenes Höhenprofil

gefahrenes Höhenprofil
Anmerkung: Zwischen den Kilometerangaben in Tabelle und Diagramm besteht eine kleine Differenz, die darauf beruht, daß in der Tabelle Planzahlen und im Diagramm gemessene Kilometer angegeben sind. Die Mehrkilometer sind dadurch entstanden, daß zusätzliche kleine Wegstrecken bei der Anfahrt von Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, etc. entstehen. Die gemessenen Werte wurden mit dem CICLOMaster CM 414 ALTI M der Fa. CicloSport® erhoben.

Romanische Kirche von AxiatAb heute wird der Reisebericht verwirrend! Wir fahren zwar größtenteils auf der vorgesehenen Strecke, jedoch stimmen weder Start- noch Zielort mit dem ursprünglichen Plan überein. Heute müssen Entscheidungen getroffen werden. Wir starten in Tarascon-sur-Ariège, fahren dann wie vorgesehen auf der Route des Corniches, die Abfahrt vom Col de Chioula bis ganz hinunter nach Ax-les-Thermes sparen wir uns, dafür bezwingen wir bereits heute den Col de Pailhères. Insgesamt werden es 2300 Höhenmeter für diesen Tag; die gefahrene Entfernung weicht mit 74,5 km um 2,7 km von der 'Kartenlage' ab (Erklärung s.o.).

Doch, jetzt genug mit der Statistik! Beim nächsten Dauerthema, dem Wetter, gibt es in der Früh' noch keine endgültige Aussage. Der Blick zum Himmel sagt uns: Alles ist möglich!

Route des CornichesWir starten auf trockener Straße. Nahe Cazenave ist die Befürchtung drohender Nässe am größten. Das Regenrisiko, wie es die modernen Wetterfrösche bezeichnen, nimmt dann jedoch ständig ab. Ach ja, eine Sehenswürdigkeit haben wir wegen unserer Streckenkürzung verpaßt: Le Pont du Diable, eine malerische Brücke über die Ariège. Die Brücke flößte der Bevölkerung der Grafschaft einst Furcht und Schrecken ein, da mehr als zehnmal mit ihrem Bau begonnen werden mußte. Der Legende zufolge stürzten die am Tag durchgeführten Arbeiten in der Nacht wieder ein. Daher auch der Name des Bauwerks: Teufelsbrücke.

Am Ortsausgang von Arnave beginnt ein erster Aufstieg. Vor der Ankunft in Cazenave gibt es wieder einmal Ärger mit aggressiven Hofhunden, mit lautem Gebrüll und mit der Androhung von 'ernsten Konsequenzen', sprich Pfefferspray, ziehen diese Köter den Schwanz ein und trollen sich gen Hundehütte. Cazenave ist ein hübscher kleiner Ort in malerischer Lage, einige ausländische Pensionäre haben das Dorf bereits zum Alterssitz erkoren. Noch wenige Höhenmeter sind bei moderatem Anstieg bis zum Pas de Souloumbrie zu bewältigen. Dieser flache 'Paß' kennzeichnet den Beginn einer ersten kleineren Abfahrt, ein echter Paß ist er nicht.

Aufstieg zum Col de MarmareVon nun an folgen wir der Route des Corniches oberhalb des Ariège-Tals, die auf den nächsten Kilometern in einem ständigen Auf und Ab verläuft. Es gibt einen schnellen Weg nach Ax-les-Thermes: die N20. Diese Straße ist aber keine Alternative zur Route des Corniches, einer Panoramastraße, die sich vorbei an kleinen Weilern schlängelt, fast immer mit Blick sowohl nach oben auf die Bergspitzen als auch hinunter ins Tal der Ariège. Nach einigen Kilometern taucht linker Hand die Ruine der Katharer-Burg von Lordat auf. Im Château, zu dem ein steiler, kurzer Aufstieg nötig ist, waren einst bis zu 1400 Mann in Waffen untergebracht. Heute wachsen zwischen Mauern aus dem 10./11. Jahrhundert Blumen, Blümchen und allerlei sonstiges Kraut. Unterhalb sieht man die weltweit größte Talkstein-Fabrik von Luzenac, die den unbearbeiteten Talk in Kübeln mit einer langen Seilbahn aus der ins Tal befördert.

Für alle, die diesen Bericht über eine 8-tägige Pyrenäen-Radtour nicht von Anfang lesen, der Hinweis: Die ursprüngliche Etappeneinteilung, die weiterhin als optimal angesehen wird, konnte aus verschiedenen Gründen nicht eingehalten werden.

Col de MarmareAxiat besitzt eine sehr schöne romanische Kirche (1075 erbaut), leider ist sie nur äußerlich sehenswert, beim Besuch im Inneren dominieren die Bauschäden, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Unterhalb des Dorfes Savenac, an einer Abzweigung nach Luzenac (der Ort liegt im Tal), erreichen wir den Tiefpunkt der Route des Corniches. Von nun an geht es bergauf zum Col de Marmare.

Station d'Ascou PailhèresMalerische Maronenpilze stehen neben der Straße, wo ist Campingkocher! Der Col de Marmare ist nur eine Durchgangsstation hinauf zum Col de Chioula. Straßenbauarbeiter räkeln sich aus dem Gras neben der Straße. Der Capo bedeutet ihnen , daß die Mittagspause zu Ende ist. Sie winken uns dennoch freundlich zu.

Am Col de Chioula kehren wir im dortigen Rasthaus ein. Obwohl verspätet, bekommen wir noch den vollen Service. Gut 'beschwert' wird die Abfahrt schneller. Rasch sind wir am Tiefpunkt zwischen Sorgeat und Ascou angekommen.

Kehren zum Port de PailhèresJetzt müssen wir hinauf zum zweithöchsten Paß unser Pyrenäenfahrt, dem Port de Pailhères. 2001 Meter ist diese höchste Scharte in den Ost-Pyrenäen hoch! Die Westrampe ist nicht besonders spektakulär. Ein Wintersportort, wie viele, im Sommer häßlich, liegt an der breiten Straße. Anschließend wird diese jedoch deutlich schmäler. Auf sehr steiler Strecke passieren wir einige Kehren. Oben auf der Paßhöhe ein scheußliche Hütte, kultisch fast wegen der Paß-Inschrift.

Port de PailhèresMal wieder drohen die Wolken! Es ist aber halb so schlimm, es bleibt trocken. Am späten Nachmittag ist es mit ca. 11°C nicht ausgesprochen warm. Volle Abfahrtsmontur ist angesagt.

Die Ostrampe des Port de Pailhères ist - nach Meinung des Verfassers - die schönste Paßstraße in West-/Mitteleuropa. Eine schmale Straße, ca. 4 Meter breit, mäandert in steilen Kehren den Hang entlang. Deutlich wird diese Kurvenführung in Grün durch die markante, unterbrochene weiße Randmarkierung. Radler müssen in diesem spektakulären Abschnitt besonders auf Schafe achten. Diese grasen zwar auf den grünen Weiden links und rechts neben der Straße, manchmals wärmen sie sich jedoch in ganzen Herden auf dem aufgeheizten Asphalt der Straße. Weiter unten begegnet man eher Pferden, sie kümmern sich wenig um den allgemein spärlichen Verkehr.

Kehren, Kehren, Kehren ...Nach unzähligen Kehren folgt die Straße jetzt dem Lauf eines kleines Flusses. Heute sieht man nur wenige Pferde auf den Wiesen entlang des mäandernden Baches. Hinter den Wiesen liegen einige Skilifte der Station de Mijanès-Latrabe im Sommerschlaf.

FormationsfahrtIn großen Ställen in der Nähe der Straße drängen sich die Rinder. Menschen sieht man kaum. Die Gegend ist nur spärlich besiedelt, in diesen abgeschiedenen Winkel verirren sich auch nur wenige Touristen. Der naheliegende Ort Mijanès hat laut amtlicher Statistik nur 78 Einwohner.

Die gestreckte Trassenführung der D25, sie wird zwar immer wieder durch ein Paar von Kehren unterbrochen, gestattet uns eine flotte Fahrt. Es legen noch einige Kilometer vor uns, denn nach den vorliegenden Informationen ist erst in Axat ein Hotel zu finden. Bis dort sind es noch ca. 25 Kilometer.

Grandiose GebirgslandschaftIn Mijanès finden wir dann wider Erwarten ein Hotel. Das »Relais de Pailhères« ist nicht aufregend luxuriös, aber es bietet ein Dach über dem Kopf. Abendessen gibt es auch: Einheitsmenü mit regionaler Küche. Wir bleiben. Doch zuerst genehmigen wir uns nach dem vielen mit Mineralien versetzten Wasser ein gepflegtes Bierchen.

Beim Abendessen diskutieren wir über den Weg, den wir in Richtung St. Hilaire einschlagen sollen. Die touristische Variante durch die Gorges de Galamus wird wegen des Mehrs an Höhen- und Kilometern verworfen. Nach fast zwei Wochen auf dem Rad wird ein gewisser Überdruß erkennbar.

Wir gehen früh zu Bett. Was soll man in diesem Kaff auch sonst machen?
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Stand: 3. Juni 2005

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