Alles anders!
| Streckenabschnitt |
Meeres- |
Entfernung |
Tagesstrecke |
Gesamtstrecke |
| Foix - D8 - Prayols Prayols - Pont du Diable Pont du Diable - Mercus Mercus - Bompas Bompas - Tarascon-sur-Ariège Tarascon-sur-Ariège - Bompas Bompas - Arnave Arnave - Cazenave Cazenave - Pas de Souloumbrie (FR-09-0911) Pas de Souloumbrie - carrefour D20/D120 carrefour D20/D120 - Axiat Axiat - Bestiac Bestiac - Caussou Caussou - Col de Marmare (FR-09-1361) Col de Marmare - Col du Chioula (FR-09-1431) Col du Chioula - Sorgeat Sorgeat - Ax-les-Thermes |
380 |
4,0 |
4,0 |
491,8 |
6. Etappe
vorgesehenes Höhenprofil
| Streckenabschnitt |
Meeres- |
Entfernung |
Tagesstrecke |
Gesamtstrecke |
| Tarascon-sur-Ariège - Bompas Bompas - Arnave Arnave - Cazenave Cazenave - Pas de Souloumbrie (FR-09-0911) Pas de Souloumbrie - carrefour D20/D120 carrefour D20/D120 - Axiat Axiat - Bestiac Bestiac - Caussou Caussou - Col de Marmare (FR-09-1361) Col de Marmare - Col de Chioula (FR-09-1431) Col de Chioula - Sorgeat Sorgeat - Ascou Ascou - Port de Pailhères (FR-09-2001) Port de Pailhères - Mijanès |
474 |
3,0 |
3,0 |
486,1 |
gefahrenes Höhenprofil
| Anmerkung: | Zwischen den Kilometerangaben in Tabelle und Diagramm besteht eine kleine Differenz, die darauf beruht, daß in der Tabelle Planzahlen und im Diagramm gemessene Kilometer angegeben sind. Die Mehrkilometer sind dadurch entstanden, daß zusätzliche kleine Wegstrecken bei der Anfahrt von Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, etc. entstehen. Die gemessenen Werte wurden mit dem CICLOMaster CM 414 ALTI M der Fa. CicloSport® erhoben. |
Ab
heute wird der Reisebericht verwirrend! Wir fahren zwar größtenteils
auf der vorgesehenen Strecke, jedoch stimmen weder Start- noch Zielort mit
dem ursprünglichen Plan überein. Heute müssen Entscheidungen
getroffen werden. Wir starten in
Tarascon-sur-Ariège,
fahren dann wie vorgesehen auf der Route des Corniches, die Abfahrt
vom Col de Chioula bis ganz hinunter nach Ax-les-Thermes sparen
wir uns, dafür bezwingen wir bereits heute den Col de
Pailhères. Insgesamt werden es 2300 Höhenmeter für diesen
Tag; die gefahrene Entfernung weicht mit 74,5 km um 2,7 km von der 'Kartenlage'
ab (Erklärung s.o.).
Doch, jetzt genug mit der Statistik! Beim nächsten Dauerthema, dem Wetter, gibt es in der Früh' noch keine endgültige Aussage. Der Blick zum Himmel sagt uns: Alles ist möglich!
Wir starten
auf trockener Straße. Nahe Cazenave ist die Befürchtung
drohender Nässe am größten. Das Regenrisiko, wie es die modernen
Wetterfrösche bezeichnen, nimmt dann jedoch ständig ab. Ach ja,
eine Sehenswürdigkeit haben wir wegen unserer Streckenkürzung
verpaßt: Le Pont du Diable, eine malerische Brücke über
die Ariège. Die Brücke flößte der Bevölkerung
der Grafschaft einst Furcht und Schrecken ein, da mehr als zehnmal mit ihrem
Bau begonnen werden mußte. Der Legende zufolge stürzten die am
Tag durchgeführten Arbeiten in der Nacht wieder ein. Daher auch der
Name des Bauwerks: Teufelsbrücke.
Am Ortsausgang von Arnave beginnt ein erster Aufstieg. Vor der Ankunft in Cazenave gibt es wieder einmal Ärger mit aggressiven Hofhunden, mit lautem Gebrüll und mit der Androhung von 'ernsten Konsequenzen', sprich Pfefferspray, ziehen diese Köter den Schwanz ein und trollen sich gen Hundehütte. Cazenave ist ein hübscher kleiner Ort in malerischer Lage, einige ausländische Pensionäre haben das Dorf bereits zum Alterssitz erkoren. Noch wenige Höhenmeter sind bei moderatem Anstieg bis zum Pas de Souloumbrie zu bewältigen. Dieser flache 'Paß' kennzeichnet den Beginn einer ersten kleineren Abfahrt, ein echter Paß ist er nicht.
Von
nun an folgen wir der Route des Corniches oberhalb des
Ariège-Tals, die auf den nächsten Kilometern in einem
ständigen Auf und Ab verläuft. Es gibt einen schnellen Weg nach
Ax-les-Thermes: die N20. Diese Straße ist aber keine Alternative
zur Route des Corniches, einer Panoramastraße, die sich vorbei
an kleinen Weilern schlängelt, fast immer mit Blick sowohl nach oben
auf die Bergspitzen als auch hinunter ins Tal der Ariège. Nach
einigen Kilometern taucht linker Hand die Ruine der Katharer-Burg von
Lordat auf. Im Château, zu dem ein steiler, kurzer Aufstieg
nötig ist, waren einst bis zu 1400 Mann in Waffen untergebracht. Heute
wachsen zwischen Mauern aus dem 10./11. Jahrhundert Blumen, Blümchen
und allerlei sonstiges Kraut. Unterhalb sieht man die weltweit größte
Talkstein-Fabrik von Luzenac, die den unbearbeiteten Talk in Kübeln
mit einer langen Seilbahn aus der ins Tal befördert.
Axiat
besitzt eine sehr schöne romanische Kirche (1075 erbaut), leider ist
sie nur äußerlich sehenswert, beim Besuch im Inneren dominieren
die Bauschäden, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Unterhalb des
Dorfes Savenac, an einer Abzweigung nach Luzenac (der Ort liegt
im Tal), erreichen wir den Tiefpunkt der Route des Corniches. Von
nun an geht es bergauf zum Col de Marmare.
Malerische
Maronenpilze stehen neben der Straße, wo ist Campingkocher! Der Col
de Marmare ist nur eine Durchgangsstation hinauf zum Col de Chioula.
Straßenbauarbeiter räkeln sich aus dem Gras neben der Straße.
Der Capo bedeutet ihnen , daß die Mittagspause zu Ende ist. Sie winken
uns dennoch freundlich zu.
Am Col de Chioula kehren wir im dortigen Rasthaus ein. Obwohl verspätet, bekommen wir noch den vollen Service. Gut 'beschwert' wird die Abfahrt schneller. Rasch sind wir am Tiefpunkt zwischen Sorgeat und Ascou angekommen.
Jetzt
müssen wir hinauf zum zweithöchsten Paß unser
Pyrenäenfahrt, dem Port de Pailhères. 2001 Meter ist diese
höchste Scharte in den Ost-Pyrenäen hoch! Die Westrampe ist nicht
besonders spektakulär. Ein Wintersportort, wie viele, im Sommer
häßlich, liegt an der breiten Straße. Anschließend
wird diese jedoch deutlich schmäler. Auf sehr steiler Strecke passieren
wir einige Kehren. Oben auf der Paßhöhe ein scheußliche
Hütte, kultisch fast wegen der Paß-Inschrift.
Mal
wieder drohen die Wolken! Es ist aber halb so schlimm, es bleibt trocken.
Am späten Nachmittag ist es mit ca. 11°C nicht ausgesprochen warm.
Volle Abfahrtsmontur ist angesagt.
Die Ostrampe des Port de Pailhères ist - nach Meinung des Verfassers - die schönste Paßstraße in West-/Mitteleuropa. Eine schmale Straße, ca. 4 Meter breit, mäandert in steilen Kehren den Hang entlang. Deutlich wird diese Kurvenführung in Grün durch die markante, unterbrochene weiße Randmarkierung. Radler müssen in diesem spektakulären Abschnitt besonders auf Schafe achten. Diese grasen zwar auf den grünen Weiden links und rechts neben der Straße, manchmals wärmen sie sich jedoch in ganzen Herden auf dem aufgeheizten Asphalt der Straße. Weiter unten begegnet man eher Pferden, sie kümmern sich wenig um den allgemein spärlichen Verkehr.
Nach
unzähligen Kehren folgt die Straße jetzt dem Lauf eines kleines
Flusses. Heute sieht man nur wenige Pferde auf den Wiesen entlang des
mäandernden Baches. Hinter den Wiesen liegen einige Skilifte der
Station de Mijanès-Latrabe im Sommerschlaf.
In großen
Ställen in der Nähe der Straße drängen sich die Rinder.
Menschen sieht man kaum. Die Gegend ist nur spärlich besiedelt, in diesen
abgeschiedenen Winkel verirren sich auch nur wenige Touristen. Der naheliegende
Ort Mijanès hat laut amtlicher Statistik nur 78 Einwohner.
Die gestreckte Trassenführung der D25, sie wird zwar immer wieder durch ein Paar von Kehren unterbrochen, gestattet uns eine flotte Fahrt. Es legen noch einige Kilometer vor uns, denn nach den vorliegenden Informationen ist erst in Axat ein Hotel zu finden. Bis dort sind es noch ca. 25 Kilometer.
In
Mijanès
finden wir dann wider Erwarten ein Hotel. Das »Relais de
Pailhères« ist nicht aufregend luxuriös, aber es bietet
ein Dach über dem Kopf. Abendessen gibt es auch: Einheitsmenü mit
regionaler Küche. Wir bleiben. Doch zuerst genehmigen wir uns nach dem
vielen mit Mineralien versetzten Wasser ein gepflegtes Bierchen.
Beim Abendessen diskutieren wir über den Weg, den wir in Richtung St. Hilaire einschlagen sollen. Die touristische Variante durch die Gorges de Galamus wird wegen des Mehrs an Höhen- und Kilometern verworfen. Nach fast zwei Wochen auf dem Rad wird ein gewisser Überdruß erkennbar.
Wir gehen früh zu Bett. Was soll man in diesem Kaff auch sonst machen?
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| Stand: 27. Oktoberi 2011 |
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Copyright©: Hubert Becker, 2002
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