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Die Entfernung von Collioure nach Carcassone beträgt ca. 170 Kilometer, nach Limoux bzw. St. Hilaire sind es 20 bis 30 km weniger. Zwischen Collioure und Carcassone verkehren laut Bahnauskunft mehrfach am Tag Züge. Die Verbindungen, in denen Fahrräder mitgenommen werden können, beinhalten i.d.R. einen kurzen Umsteigeaufenthalt in Narbonne.

Im Vergleich zum Transfer von Carcassonne/Limoux nach St. Jean-de-Luz ist die Fahrt mit dem Rad durch das Roussillon und das Corbière außerordentlich reizvoll. An der hier vorgeschlagenen Route reiht sich die kulturellen und landschaftlichen Höhenpunkte wie eine Perlenkette. Obwohl im Rahmen der Pyrenäentour aus verschiedenen Gründen nicht befahren, wird der Streckenverlauf hier ausführlich beschrieben. Dem Verfasser sind die Streckenabschnitte aus einem früheren Radurlaub bekannt.


Streckenverlauf
Streckenabschnitt

Meeres-
höhe

Entfernung
[km]

Tagesstrecke
[km]

Collioure - Argeles--Plage
Argeles-Plage - Latour-Bas-Elne
Latour-Bas-Elne - Elne
Elne - Ortaffa
Ortaffa - Brouilla
Brouilla - St. Jean-Lasseille
St. Jean-Lasseille - Villemolaque
Villemolaque - Trouillas
Trouillas - Thuir
Thuir - Castelnou
Castelnou - Église de Fontcouverte
Église de Fontcouverte - St-Michel-de-Llotes
St-Michel-de-Llotes - Ille-sur-Têt
Ille-sur-Têt - Trévillach
Trévillach - Col de las Couloumines (FR-66-0652)
Col de las Couloumines  - Trilla
Trilla - Ansignan
Ansignan - St. Paul-de-Fénouillet
St. Paul-de-Fénouillet - Gorges de Galamus
Gorges de Galamus - Cubière-sur-Cinoble
Cubière-sur-Cinoble - Col du Linas (FR-11-0667)
Col du Linas - Bugarach
Bugarach - Rennes-les-Bains
Rennes-les-Bains - Serres
Serres - Arques
Arques - Valmigère
Valmigère - Missègre
Missègre - Belcastel-et-Buc
Belcastel-et-Buc - St. Polycarpe
St. Polycarpe - Limoux

5
10
9
20
20
30
72
90
95
90
350
695
180
138
520
801
420
235
230
600
400
680
470
320
271
350
620
580
490
229

6,0
7,0
2,0
5,0
3,0
4,0
1,5
5,0
5,0
5,5
5,5
9,0
3,0
8,0
4,0
4,0
4,0
9,0
5,0
5,0
7,0
3,0
9,5
4,0
6,0
6,0
3,0
5,0
4,5
6,0

6,0
13,0
15,0
20,0
23,0
27,0
28,5
33,5
38,5
44,0
49,5
58,5
61,5
69,5
73,5
77,5
81,5
90,5
95,5
100,5
107,5
110,5
120,0
124,0
130,0
136,0
139,0
144,0
148,5
154,5


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Die Etappenlänge ist mit 155 Kilometer ganz schön sportlich. Sie ist aber gut zu schaffen, vor allem, weil es auf den ersten 40 Kilometern fast keine Steigungen gibt. Danach sind Steigungen nicht zu vermeiden, ihre Länge beschränkt sich auf 500 Höhenmeter.

Am besten verläßt man Collioure auf einer kleinen Straße, die am Bahnhof vorbei führt. Auf dem letzten kleinen Höhenzug der Pyrenäen muß man sich rechts halten, um nicht in die Ortschaft Argelès-sur-Mer hinein zu fahren. Am Yachthafen des gleichnamigen Ortes geht es auf der D81 nach Argelès-Plage. Nach der Überquerung des Flusses Tech biegt nach links (Kreisverkehr) eine kleine Straße in Richtung Elne ab.

Koster in ElneIn und über Elne sind zwei Dinge erwähnenswert: Erstens, die romanische Kirche und das dazugehgörende Koster; zweitens, die geschichtliche Tatsache, daß im Jahre 218 n. Chr. Hannibal mit seinen Elefanten sich in Elne aufgehalten hat. Von dem Hügel, auf dem die Kathedrale und das Kloster stehen, besser aber noch vom Turm, hat man einen weiten Blick über ausgedehnten Weinfelder des Roussillon. Rotweine der Appellation Côtes-du Roussillon Contrôlée machen den Großteil des Anbaugebietes aus, aber auch der gespritete weiße Rivesaltes (zu unrecht 'Vin Doux Naturel' bezeichnet) wird hier in großen Mengen angebaut.

Ein weiteres Produkt, für das ein großer Teil der Weinernte verwnadt wird, ist der Byrrh. Der Weg führt in Thuir direkt an der Produktionsstätte dieses Apéritfs vorbei. Am westlichen Standrand von Thuir ist es dann Schluß mit flach. Auf der kleinen D48 geht es hinauf zum mittelalterlichen Castelnou. Innerhalb der das Dorf umgebenden Mauer stehen die Häuser dichtgedrängt an den schmalen gepflasterten Gassen. Handwerker und Künstler bieten ihre Produkt an. Durch den Ort kann man der vielen Menschen wegen, aber auch wegen der Steilheit der Wege und der vielen Stufen und Absätze die Räder nur schieben. Man kann aber auch außerhalb der Mauern auf der D48 zum oberen Tor fahren. Von hier sind es nur ein paar Meter zur Burg.

CastelnouNach Castelnou steigt die Straße erst so richtig an, über fünf Kilometer sind es bis zur Église de Fontcouverte, einer von einem kleinen Friedhof umgebenen Kirche inmitten von Maronen- und Steineichenhainen. Nun liegen 12 Kilometer Abfahrt hinunter nach Ille-sur-Têt vor dem Radler. In diesem Städtchen sollte man Mittagsrast machen oder zumindest für ein Picknick einkaufen; auf den nächsten dreißig Kilometern gibt es keine Möglichkeit mehr, zu etwas Eßbarem zu kommen. Ille-sur-Têt ist auch bekannt wegen der als »Orgues du Têt« bezeichneten bizarren Felsformationen, die man von der nach Monalba-le-Château hinaufführenden D2 aus sehen kann.

Auf dem Col de las Couloumines ist mit 801 m ü. NN der höchste Punkt dieser Etappe erreicht. Über Trilla kommt man nach Ansignan. Rechts vom Weg kann man das römische Aquädukt bewundern: das Alter ist bemerkenswert, aber ansonsten haut einen das Bauwerk nicht vom Hocker. Auf den nächsten neun Kilometern folgt man dem Lauf des Flüßchens Agly. Kurz vor St. Paul-de-Fenouillet passiert man die Clue de la Fou, eine Schlucht, die der Fluß durch einen Bergrücken gegraben hat. Die kleine Brücke »Pont de la Fou« überspannt zwar den Fluß, führt aber ansonsten nirgendewo hin. Quelle folie!

Gorges de GalamusSt. Paul-de-Fenouillet, an der verkehrsreichen D117 von Perpignan nach Quillan gelegen, ist ein kleines verträumtes Nest im Corbières. Das Corbières beginnt offiziel zwar erst ein paar Kilometer weiter nördlich, in der beeindrückenden Schlucht Gorges de Galamus. Die sehr enge Straße ist wegen der überhängenden Felsen für größere Fahrzeuge als Pkw nicht geeignet. Manchmal bückt man sich auch als Radfahrer, wenn die Felsen dem Kopf bedenklich nahe kommen.

Am nördlichen Ausgang der Gorges de Galamus liegt Cubières-sur-Cinoble. Weiterhin folgt man dem Agly hinauf zum Col du Linas. Die nächsten Orte sind Bugarach, Serres und Arques. Dann ist wieder Klettern angesagt. Über die kleine D54 strampelt man hinauf nach Missègre.  Nach einem bißchen Auf und Ab geht es endgültig hinunter ins Tal des St. Polycarpe, in dem man bis zu desen Einmündung in den Aude südlich von Limoux fahren kann. Wer nach Carcassone will oder muß, für den sind es dann noch weitere 24 Kilometer, die man am besten auf den Straßen D104, D504, D43 und wieder D104 bewältigt.

Wer die gesamt Fahrt von Limoux bis St. Jean-de-Luz, dann über die Pässe der Pyrenäen bis Collioure und von dort wieder zurück nach Limoux fährt, bringt es total auf 1340 Kilometer. Kalkuliert man 12 Tage hierfür ein, so kommt man auf ein Tagesmittel von 112 km. Die beste Empfehlung: Kondition, Kondition ...  und gutes Wetter. Letzteres ist vor allem im westlichen Teil der Pyrenäen nicht immer gegeben.


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Stand: 27. Oktober 2011

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