Eine Rundtour durch das Quercy über 126 Kilometer.
Streckenabschnitt |
Meeres- |
Entfernung |
Summe |
|---|---|---|---|
| Carennac - Castelnau Castelnau - Bretenoux Bretenoux - Beaulieu (D940) Beaulieu - Liourdres (D41) Liourdres - Bretenoux Bretenoux - Castelnau Castelnau - St. Céré St. Céré - Grotte de Presque Grotte de Presque - Padirac Padirac - Gouffre de Padirac Gouffre de Padirac - Miers Miers - Alvignac Alvignac - Rocamadour Rocamadour - Calès Calès -Lacave Lacave - Meyronne Meyronne - St. Sozy St. Sozy -Gluges Gluges -Floirac Floirac - Carennac |
126 |
6,0 |
6,0 |
Beschreibung der Tour
Am Ufer der Dordogne, mit Blick auf die Calypso Insel, liegt
Carennac mit einer
Abtei aus dem 10. Jahrhundert. Dieser
Ort verzauberte die Fénelons, die sich hier niedergelassen haben.
Der Name Fénelon wird von vielen in dieser Gegend gebraucht und
mißbraucht. Umgeben von üppigem Grün hat Carennac seinen
ursprünglichen Charakter bis heute weitgehend erhalten. Mit der romanischen
Kirche St. Peter aus dem XII. Jahrhundert und der Vorhalle, die ein bemerkenswert
ornamentiertes Giebelfeld besitzt, hat Carennac eine ganz besondere
Sehenswürdigkeit. Aus der Zeit vom Ende des 14. Jahrhunderts besitzt
Carennac das Schloß der Fénelons. In diesem Gebäude mit
sehr schönen Fenster, dreieckigen Dachgauben und schönen
Ecktürmchen ist heute das Dordogne-Museum des Quercy untergebracht.
Als wir aufbrechen, wird die Abdeckplane über dem Swimmingpool der Hostellerie Fénelon abgedeckt. Wenn wir am Abend wieder zurück sein werden, können wir ein Entspannungsbad nehmen. Hoffentlich regnet es dann nicht.
Wir folgen der kleinen D30 am linken Ufer der Dordogne.
Die Straße steigt leicht an. In Pauliac biegen wir nach links in die
D43. Nach 3 Kilometern erreichen wir Castelnau. Die
Burg
von Castelnau, eine der größten Befestigungsanlagen im Süden
Frankreichs, ist ein gelungenes Beispiel der Militärbaukunst des
Mittelalters. Die weitläufigen Festungsanlagen der Burg, die auf einem
Felsvorsprung am Zusammenfluß von Cère und Dordogne liegt,
dominieren den gesamten Ort Castelnau. Die Ursprünge des aus rotem Sandstein
errichteten Baus reichen bis in das Jahr 1080 zurück. Hugues de Castelnau,
der damalige Besitzer, erhielt diesen Landstrich als Lehen des Grafen von
Toulouse. Die Castelnaus waren damals die wichtigste Familie des Quercys,
sie nannten sich die zweitwichtigste Baronie der Christenheit.
Die massive Befestigung der Burg mit einem dreieckigen Grundriß wird
durch die großen Türme optisch hervorgehoben. Der große
quadratische Turm der Burg aus dem XIII. Jahrhundert prägt die gesamte
Anlage. Die heutige Steinbrücke als Zugang zur Festung wurde als Ersatz
für die während der Revolution geschleifte Zugbrücke erbaut.
Die Burg war der Schauplatz der blutigen Schlachten des Barons gegen König Henry II während des 100jährigen Krieges. Im Jahre 1895 erwarb der Lyriker Jean Moulierat die Burg und baute sie komplett aus den Ruinen wieder auf. Er hat hier eine großartige Sammlung von Möbeln und Kunstgegenständen hinterlassen. Im Inneren des Stifts, zu Füßen des Bollwerks angesiedelt, werden kunstvolle Bildhauerarbeit gezeigt.
Weiter geht's auf der D14 nach Bretenoux. Über die D940, die leider etwas stärker befahren ist, gelangen wir nach Beaulieu.
Beaulieu sur Dordogne liegt malerisch am Ufer der
Dordogne. Die Abtei wurde in der Mitte des IX. Jahrhunderts durch Raoul de
Turenne, dem Erzbischof von Bourges, gegründet. Er war von der
Schönheit der Gegend derart angetan, daß er sie «bellus
locus» nannte, so bekam Beaulieu seinen Namen.
Die romanische Abteikirche von Beaulieu aus dem XII. Jahrhundert (Turm aus dem XIII. Jahrh.) besitzt interessantes Mobiliar und einen bemerkenswerten Kirchenschatz. Besonders hervorzuheben, das schöne Portal von 1125. Auf diesem dargestellt ist das letzte Gericht mit Jesus Christus als Weltenrichter, den Arm gebieterisch ausgestreckt. In der unteren Hälfte zieht der Zug der Verdammten vorbei. Dieses Portal erinnert an ähnliche Portale in Carennac, Collonges und Souillac. Von allen mittelalterlichen Darstellungen der Hölle ist diejenige auf dem Giebelfeld der Kirche in Beaulieu die schrecklichste.
Das häufigste Photomotiv ist jedoch die romanische Büßerkapelle (Chapelle des Pénitents), die direkt am rechten Dordogne-Ufer liegt. Um sie herum erstreckte sich das alte Vellinus, der Vorläuferort Beaulieus, hierunter alte Häuser mit Holzbalkonen (Klarissinnenkloster) und Taubenschlägen (Jugendherberge). Der kammförmige Glockenturm der Kapelle beherrscht den Oberen Hafen. Am Place de la Bridolle befindet sich ein Renaissancehaus mit bemerkenswerten Skulpturen.
Wir fahren wieder nach Bretenoux zurück, diesmal auf der wenig befahrenen D41 am rechten Ufer der Dordogne. Das Wetter meint es gut mit uns, die Gedanken sind beim Swimmingpool.
Im Jahre 1277 entschied sich der Baron Guerin von Castelnau eine befestigte Stadt anzulegen .... die Bastide von Bretenoux. Noch heute kann man die gut erhaltene, typisch mittelalterliche Architektur des befestigten Ortes bewundern, Arkaden, das spitzbogige Stadttor, die Stadtmauer und alte Häuser.
Bis Saint-Céré sind es 7 Kilometer. Wir wählen den Umweg über Castelnau, weil dieser weniger befahren ist. Außerdem bleiben wir in der Ebene. Saint-Céré ist eine nette mittelalterliche Kleinstadt zu Füßen der Burgruine von Saint Laurent mit ihren Türmen aus dem XII. und XIV. Jahrhundert. In Saint-Céré sieht man schöne Fachwerkhäuser, insbesondere die Herrenhäuser «Puymule» und «Miramont». Den «Place Mercadal» umgeben viele besonders sehenswerte Häuser aus dem XV. bis XVIII. Jahrhundert. Die Hauptkirche, St. Sperie wurde während der Religionskriege teilweise zerstört und danach ansprechend restauriert, sie besitzt im Inneren einen Marmoraltar aus dem XVII. Jahrhundert, eine von eleganten Bögen getragene Tribüne und ein großes Vasengefäß.
Wir verlassen Saint-Céré in Richtung Carennac auf der D673, kurz nach dem Schloß von Montal biegen wir nach links in Richtung Gramat ab. Jetzt steigt die Straße kontinuierlich an. Wir passieren die Höhle von Presque, von hier genießen wir einen herrlichen Ausblick auf das Tal der Dordogne und ihres Nebenflüßchens Bave. Bei le Boutel biegt die D673 nach rechts ab, wir bleiben auf dieser Straße bis Padirac. Auf einem Hochplateau zwischen Dordogne und Lot, der Causse de Gramat, liegt unser nächstes Ziel, «Gouffre de Padirac», ein großes Loch mit ca. 30 m Durchmesser und ca. 75 m Tiefe, daran anschließend erstreckt sich eine Höhle mit ca. 13 km Länge, von denen ca. 5,5 km erforscht sind. Besichtigen kann man ca. 1300 Meter zu Fuß und mit dem Schiff. Die Besichtigung endet im Grand Dôme, einer Tropfsteinhöhle mit einer Höhe von ca. 90 m. Für die Besichtigung muß man etwas Zeit mitnehmen, vor allem in den Sommermonaten. Die Besichtigungszeit von ca. 1,5 Stunden kann sich mit der in Kauf zu nehmenden Wartezeit leicht verdoppeln.
Von Padirac geht es über Alvignac weiter nach
Rocamadour, einer Etappenstation der
mittelalterlichen Pilgerzüge nach Santiago de Compostela. Der Ort ist
nach 1166 durch die Entdeckung sterblicher Überreste, die dem heiligen
Amadour zugeschrieben werden, selber zu einer Pilgerstätte geworden.
Während der Religionskriege wurden der Ort und der Schrein des
hl. Amadour weitgehend zerstört. Erst im XVII. Jahrhundert wurde eine
neue Innenausstattung der Pilgerstätte angefertigt. Im XIX. Jahrhundert
belebte ein Buch über die Geschichte von Rocamadour (Abbé Caillau,
1842) die Wallfahrten wieder. Rocamadour wurde an einen steilen Felsen gebaut,
der vom Talboden des Flüßchens Alzou ca. 150 m in die Höhe
ragt. Wir fahren hinunter in den Ort, schieben unsere Fahrräder durch
die Hauptstraße, in der sich Andenkenläden und Restaurants aneinander
reihen. Leider müssen wir den gleichen Weg bis zur D673 wieder
zurückfahren, 50 mühsame Höhenmeter. Dafür werden wir
von dem herrlichen Ausblick auf den Canyon belohnt.
Auf den nächsten 12 kurvenreichen Kilometer geht es auf und ab. Bei Calès beginnt die rasante Abfahrt zur Dordogne, die wir bei Belcastel erreichen. Vorbei an der Grotte de Lacave fahren am linken Flußufer bis Meyronne. Jetzt überqueren wir die Dordogne und kommen nach St. Sozy. Von hier fahren wir über die schmale D114 über Creysse nach Gluges. Es heißt sich zu beeilen, sommerliche Wärmegewitter sind im Anmarsch. Ab Gluges geht es auf einer kleinen Straße entlang des linken Ufers zurück nach Carennac, das wir leider nicht ganz trocken erreichen. Das Bad im Swimmingpool ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Trotzdem genießen wir das ausgezeichnete Dîner im Hôtel Restaurant Le Fénelon.
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| Stand: 14. September 2009 | zurück (Fahrradtouren) |
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