Radfahren im Quercy   französische Version  englische Version


Eine Rundtour durch das Quercy über 126 Kilometer.

Streckenabschnitt

Meeres-
höhe (Startort)

Entfernung
[km]

Summe
[km]

Carennac - Castelnau
Castelnau - Bretenoux
Bretenoux - Beaulieu (D940)
Beaulieu - Liourdres (D41)
Liourdres - Bretenoux
Bretenoux - Castelnau
Castelnau - St. Céré
St. Céré - Grotte de Presque
Grotte de Presque - Padirac
Padirac - Gouffre de Padirac
Gouffre de Padirac - Miers
Miers - Alvignac
Alvignac - Rocamadour
Rocamadour - Calès
Calès -Lacave
Lacave - Meyronne
Meyronne - St. Sozy
St. Sozy -Gluges
Gluges -Floirac
Floirac - Carennac

126
135
138
144
130
138
135
152
240
360
370
370
390
210
271
103
110
110
115
120

6,0
3,0
8,0
10,5
4,0
3,0
8,0
6,0
9,0
2,5
5,0
4,0
7,0
14,0
5,0
7,0
2,0
8,5
5,5
8,0

6,0
9,0
17,0
27,5
31,5
34,5
42,5
48,5
57,5
60,0
65,0
69,0
76,0
90,0
95,0
102,0
104,0
112,5
118,0
126,0

Beschreibung der Tour

Höhenplan

(Link zur Kartenskizze)

CarennacAm Ufer der Dordogne, mit Blick auf die Calypso Insel, liegt Carennac mit einer Abtei aus dem 10. Jahrhundert. Dieser Ort verzauberte die Fénelons, die sich hier niedergelassen haben. Der Name Fénelon wird von vielen in dieser Gegend gebraucht und mißbraucht. Umgeben von üppigem Grün hat Carennac seinen ursprünglichen Charakter bis heute weitgehend erhalten. Mit der romanischen Kirche St. Peter aus dem XII. Jahrhundert und der Vorhalle, die ein bemerkenswert ornamentiertes Giebelfeld besitzt, hat Carennac eine ganz besondere Sehenswürdigkeit. Aus der Zeit vom Ende des 14. Jahrhunderts besitzt Carennac das Schloß der Fénelons. In diesem Gebäude mit sehr schönen Fenster, dreieckigen Dachgauben und schönen Ecktürmchen ist heute das Dordogne-Museum des Quercy untergebracht.

Als wir aufbrechen, wird die Abdeckplane über dem Swimmingpool der Hostellerie Fénelon abgedeckt. Wenn wir am Abend wieder zurück sein werden, können wir ein Entspannungsbad nehmen. Hoffentlich regnet es dann nicht.

CastelnauWir folgen der kleinen D30 am linken Ufer der Dordogne. Die Straße steigt leicht an. In Pauliac biegen wir nach links in die D43. Nach 3 Kilometern erreichen wir Castelnau. Die Burg von Castelnau, eine der größten Befestigungsanlagen im Süden Frankreichs, ist ein gelungenes Beispiel der Militärbaukunst des Mittelalters. Die weitläufigen Festungsanlagen der Burg, die auf einem Felsvorsprung am Zusammenfluß von Cère und Dordogne liegt, dominieren den gesamten Ort Castelnau. Die Ursprünge des aus rotem Sandstein errichteten Baus reichen bis in das Jahr 1080 zurück. Hugues de Castelnau, der damalige Besitzer, erhielt diesen Landstrich als Lehen des Grafen von Toulouse. Die Castelnaus waren damals die wichtigste Familie des Quercys, sie nannten sich die ‘zweitwichtigste Baronie der Christenheit’. Die massive Befestigung der Burg mit einem dreieckigen Grundriß wird durch die großen Türme optisch hervorgehoben. Der große quadratische Turm der Burg aus dem XIII. Jahrhundert prägt die gesamte Anlage. Die heutige Steinbrücke als Zugang zur Festung wurde als Ersatz für die während der Revolution geschleifte Zugbrücke erbaut.

Die Burg war der Schauplatz der blutigen Schlachten des Barons gegen König Henry II während des 100jährigen Krieges. Im Jahre 1895 erwarb der Lyriker Jean Moulierat die Burg und baute sie komplett aus den Ruinen wieder auf. Er hat hier eine großartige Sammlung von Möbeln und Kunstgegenständen hinterlassen. Im Inneren des Stifts, zu Füßen des Bollwerks angesiedelt, werden kunstvolle Bildhauerarbeit gezeigt.

Weiter geht's auf der D14 nach Bretenoux. Über die D940, die leider etwas stärker befahren ist, gelangen wir nach Beaulieu.

Beaulieu-sur-DordogneBeaulieu sur Dordogne liegt  malerisch am Ufer der Dordogne. Die Abtei wurde in der Mitte des IX. Jahrhunderts durch Raoul de Turenne, dem Erzbischof von Bourges, gegründet. Er war von der Schönheit der Gegend derart angetan, daß er sie «bellus locus» nannte, so bekam Beaulieu seinen Namen.

Die romanische Abteikirche von Beaulieu aus dem XII. Jahrhundert (Turm aus dem XIII. Jahrh.) besitzt interessantes Mobiliar und einen bemerkenswerten Kirchenschatz. Besonders hervorzuheben, das schöne Portal von 1125. Auf diesem dargestellt ist das letzte Gericht mit Jesus Christus als Weltenrichter, den Arm gebieterisch ausgestreckt. In der unteren Hälfte zieht der Zug der Verdammten vorbei. Dieses Portal erinnert an ähnliche Portale in Carennac, Collonges und Souillac. Von allen mittelalterlichen Darstellungen der Hölle ist diejenige auf dem Giebelfeld der Kirche in Beaulieu die schrecklichste.

Das häufigste Photomotiv ist jedoch die  romanische Büßerkapelle (Chapelle des Pénitents), die direkt am rechten Dordogne-Ufer liegt. Um sie herum erstreckte sich das alte Vellinus, der Vorläuferort Beaulieus, hierunter alte Häuser mit Holzbalkonen (Klarissinnenkloster) und Taubenschlägen (Jugendherberge). Der kammförmige Glockenturm der Kapelle beherrscht den Oberen Hafen. Am Place de la Bridolle befindet sich ein Renaissancehaus mit bemerkenswerten Skulpturen.

Wir fahren wieder nach Bretenoux zurück, diesmal auf der wenig befahrenen  D41 am rechten Ufer der Dordogne. Das Wetter meint es gut mit uns, die Gedanken sind beim Swimmingpool.

Im Jahre 1277 entschied sich der Baron Guerin von Castelnau eine befestigte Stadt anzulegen .... die Bastide von Bretenoux. Noch heute kann man die gut erhaltene, typisch mittelalterliche Architektur des befestigten Ortes bewundern, Arkaden, das spitzbogige Stadttor, die Stadtmauer und alte Häuser.

Bis Saint-Céré sind es 7 Kilometer. Wir wählen den Umweg über Castelnau, weil dieser weniger befahren ist. Außerdem bleiben wir in der Ebene. Saint-Céré ist eine nette mittelalterliche Kleinstadt zu Füßen der Burgruine von Saint Laurent mit ihren Türmen aus dem XII. und  XIV. Jahrhundert. In Saint-Céré sieht man schöne Fachwerkhäuser, insbesondere die Herrenhäuser «Puymule» und «Miramont». Den «Place Mercadal» umgeben viele besonders sehenswerte Häuser aus dem XV. bis XVIII. Jahrhundert. Die Hauptkirche, St. Sperie wurde während der Religionskriege teilweise zerstört und danach ansprechend restauriert, sie besitzt im Inneren einen Marmoraltar aus dem XVII. Jahrhundert, eine von eleganten Bögen getragene Tribüne und ein großes Vasengefäß.

Wir verlassen Saint-Céré in Richtung Carennac auf der D673, kurz nach dem Schloß von Montal biegen wir nach links in Richtung Gramat ab. Jetzt steigt die Straße kontinuierlich an. Wir passieren die Höhle von Presque, von hier genießen wir einen herrlichen Ausblick auf das Tal der Dordogne und ihres Nebenflüßchens Bave. Bei le Boutel biegt die D673 nach rechts ab, wir bleiben auf dieser Straße bis Padirac. Auf einem Hochplateau zwischen Dordogne und Lot, der Causse de Gramat, liegt unser nächstes Ziel, «Gouffre de Padirac», ein großes Loch mit ca. 30 m Durchmesser und ca. 75 m Tiefe, daran anschließend erstreckt sich eine Höhle mit ca. 13 km Länge, von denen ca. 5,5 km erforscht sind. Besichtigen kann man ca. 1300 Meter zu Fuß und mit dem Schiff. Die Besichtigung endet im Grand Dôme, einer Tropfsteinhöhle mit einer Höhe von ca. 90 m. Für die Besichtigung muß man etwas Zeit mitnehmen, vor allem in den Sommermonaten. Die Besichtigungszeit von ca. 1,5 Stunden kann sich mit der in Kauf zu nehmenden Wartezeit leicht verdoppeln.

Am Ufer der DordogneVon Padirac geht es über Alvignac weiter nach Rocamadour, einer Etappenstation der mittelalterlichen Pilgerzüge nach Santiago de Compostela. Der Ort ist nach 1166 durch die Entdeckung sterblicher Überreste, die dem heiligen Amadour zugeschrieben werden, selber zu einer Pilgerstätte geworden. Während der Religionskriege  wurden der Ort und der Schrein des hl. Amadour weitgehend zerstört. Erst im XVII. Jahrhundert wurde eine neue Innenausstattung der Pilgerstätte angefertigt. Im XIX. Jahrhundert belebte ein Buch über die Geschichte von Rocamadour (Abbé Caillau, 1842) die Wallfahrten wieder. Rocamadour wurde an einen steilen Felsen gebaut, der vom Talboden des Flüßchens Alzou ca. 150 m in die Höhe ragt. Wir fahren hinunter in den Ort, schieben unsere Fahrräder durch die Hauptstraße, in der sich Andenkenläden und Restaurants aneinander reihen. Leider müssen wir den gleichen Weg bis zur D673 wieder zurückfahren, 50 mühsame Höhenmeter. Dafür werden wir von dem herrlichen Ausblick auf den Canyon belohnt.

Auf den nächsten 12  kurvenreichen Kilometer geht es auf und ab. Bei Calès beginnt die rasante Abfahrt zur Dordogne, die wir bei Belcastel erreichen. Vorbei an der Grotte de Lacave fahren am linken Flußufer bis Meyronne. Jetzt überqueren wir die Dordogne und kommen nach St. Sozy. Von hier fahren wir über die schmale D114 über Creysse nach Gluges. Es heißt sich zu beeilen, sommerliche Wärmegewitter sind im Anmarsch. Ab Gluges geht es auf einer kleinen Straße entlang des linken Ufers zurück nach Carennac, das wir leider nicht ganz trocken erreichen. Das Bad im Swimmingpool ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Trotzdem genießen wir das ausgezeichnete Dîner im Hôtel Restaurant Le Fénelon.

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Stand: 14. September 2009

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