Durch das Gebiet der Herren von Turenne französische Version  englische Version


Eine Fahrradtour im Quercy und im angrenzenden Corrèze über 88 Kilometer.

Streckenschreibung

Streckenabschnitt

Meeres-
höhe (Startort)

Entfernung
[km]

Summe
[km]

Martel - St.-Denis-lès-Martel
St.-Denis-lès-Martel - Vayrac
Vayrac - Bétaille
Bétaille - Puybrun
Puybrun - Beaulieu-sur-Dordogne
Beaulieu-sur-Dordogne -Sioniac
Sioniac - Nonards
Nonards - Marcillac-la-Croze
Marcillac-la-Croze - Meyssac
Meyssac - Collonges-la-Rouge
Collonges-la-Rouge - Turenne
Turenne - Hôpital St. Jean
Hôpital St. Jean - Paunac
Paunac - Abzweig nach Murel
Abzweig nach Murel - Martel

225
120
139
126
130
144
280
280
310
220
230
180
280
280
135

6,5
4,0
3,0
5,5
10,5
4,0
9,0
4,0
8,0
3,5
11,5
5,5
5,5
4,0
3,5

6,5
10,5
13,5
19,0
29,5
33,5
42,5
46,5
54,5
58,0
69,5
75,0
80,5
84,5
88,0

Höhenplan

(Link zur Kartenskizze)

Beschreibung der Tour

Der Ursprung von Martel geht auf eine Kirche zurück, die Karl Martell um 735 n. Chr. zum Dank an die Siege über die «ungläubigen» Araber errichten ließ. Bald wuchs eine Stadt um diese Kirche, sie erhielt den Namen des Kirchengründers, ihr Wappen stellt drei Hämmer dar, die Lieblingswaffen von Karl Martell. Im 12. Jahrhundert machten die Herren von Turenne Martel zu ihrer wichtigsten Siedlung.

In Martel ist Samstags Wochenmarkt. Bevor wir zu unserer Tour aufbrechen, schlendern wir über den Markt. Mitten auf dem Place des Consuls befindet sich eine Markthalle, deren hölzernes Dachgebälk auf dicken Steinpfeilern aufliegt. Unter deren Dach und auf der angrenzenden Fläche sowie in den auf den Platz mündenden Gassen herrscht emsiges Treiben.

Wir verlassen Martel auf der D703 in östlicher Richtung. Nach ca. vier Kilometer Fahrt über die Hochebene führt die Straße in engen Kurven hinunter ins Tal des Flüßchens Tourmente, das ein wenig weiter in die Dordogne einmündet. Aus einer der letzten Kurven haben wir einen schönen Überblick über den Bahnhof von St. Denis-lès-Martel, dem Ausgangsort von malerischen Dampflokfahrten durch das Dordogne-Tal.

Auf den nächsten Kilometer bis Puybrun fahren wir in Gesellschaft mit zwei weiteren Radlern, die den von uns angebotenen Windschatten gerne nutzen. Vor der Dordogne-Brücke biegen wir nach links in die D41 ein, unsere Begleiter fahren weiter nach Bretenoux. Jetzt folgen wir auf den nächsten 10 Kilometern bis Beaulieu direkt dem Lauf der Dordogne.

Beaulieu-sur-DordogneBeaulieu sur Dordogne liegt  malerisch am Ufer der Dordogne. Die Abtei wurde in der Mitte des 9. Jahrhunderts durch Raoul de Turenne, dem Erzbischof von Bourges, gegründet. Er war von der Schönheit der Gegend derart angetan, daß er sie «bellus locus» nannte, so bekam Beaulieu seinen Namen.

Die romanische Abteikirche von Beaulieu aus dem 12. Jahrhundert (Turm aus dem 13. Jahrh.) besitzt interessantes Mobiliar und einen bemerkenswerten Kirchenschatz. Besonders hervorzuheben, das schöne Portal von 1125. Auf diesem dargestellt ist das letzte Gericht mit Jesus Christus als Weltenrichter, den Arm gebieterisch ausgestreckt. In der unteren Hälfte zieht der Zug der Verdammten vorbei. Dieses Portal erinnert an ähnliche Portale in Carennac, Collonges und Souillac. Von allen mittelalterlichen Darstellungen der Hölle ist diejenige auf dem Giebelfeld der Kirche in Beaulieu die schrecklichste.

Das häufigste Photomotiv ist jedoch die  romanische Büßerkapelle (Chapelle des Pénitents), die direkt am rechten Dordogne-Ufer liegt. Um sie herum erstreckte sich das alte Vellinus, der Vorläuferort Beaulieus, hierunter alte Häuser mit Holzbalkonen (Klarissinnenkloster) und Taubenschlägen (Jugendherberge). Der kammförmige Glockenturm der Kapelle beherrscht den Oberen Hafen. Am Place de la Bridolle befindet sich ein Renaissancehaus mit bemerkenswerten Skulpturen.

Nach einer Erfrischung - zum Mittagessen erscheint es uns noch zu früh - brechen wir wieder auf. Es folgt ein ca. 3 km langer knackiger Anstieg. Dann geht es auf dem Höhenzug weiter bis Nonards. Langsam macht sich ein Hungergefühl bemerkbar. In Collonges werden wir einen Happen zu uns nehmen.

Collonges-la-RougeNach ca. 15 km ist Collonges-la-Rouge erreicht. Das malerische Örtchen verdankt seinen Beinamen dem intensiven Farbton des roten Sandsteins seiner Häuser, die fast ausnamslos aus dem Mittelalter oder der Renaissance stammen. Im Sommer ist der Ort tagsüber für den Autoverkehr gesperrt, damit der große Besucheranstrom gefahrlos durch die engen Gassen schlendern kann. Wir schieben unsere Räder durch den Ort.

Das Dorf ist im 8. Jahrhundert um die Kirche entstanden. Im 13. Jahrhundert erhielt es von den Herren von Turenne Abgabenfreiheit. Die romanische Kirche Saint-Sauveur mit seinem bemerkenswerten Portal (Tympanon aus weißem Stein) wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut.

Zunächst müssen wir zurück auf die D38. Wir schieben unsere Räder über die Rue Noire durch den älstesten Teil von Collonges. Am Castel de Maussac verlassen wir den Ort. Auf den nächsten zwei Kilometern steigt die Straße leicht an. Dann biegen wir nach links in die D150, noch einmal geht es bergauf.  Bis Turenne-Gare können wir es jetzt laufen lassen. Auf der D8 fahren wir hinauf nach Turenne.

Château de TurenneTurenne war einst die mächtigste Wehranlage in der Region. Nach den Zerstörungen während der französischen Revolution thront nunmehr eine Ruine über den Häusern des gleichnamigen Ortes. Zur Blütezeit ihrer Macht im15. Jahrhundert herrschten die Herren (Vicomtes) von Turenne über ca. 1200 Dörfer und zahlreiche Abteien. Die Bürger waren von den hohen Steuern der französischen Krone befreit, was zu dem geflügelten Wort führte: «Heureux comme les Vicomtins».

In einem kleinen Lebensmittelgeschäft kaufen wir uns ein Baguette und ein bißchen Pastete und Käse, womit wir den Hunger stillen können. Jetzt geht es an die letzten knapp zwanzig Kilometer. Zur Abwechslung erst einmal wieder in einem knackigen Anstieg bergauf. Die D150 (Departement Corrèze) heißt im Nachb ar-Departement Lot D23 und führt uns über Hôpital St. Jean direkt nach Martel.

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Stand: 14. Juni 2009

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